Firmlinge stellen sich der Gemeinde vor

12.10.2018

Mainpost 12.10.2018

GERNACH

Firmlinge stellen sich der Gemeinde vor

Nimmst Du diese Rose an ?“ Mit dieser Frage aus einer RTL-Serie wandte sich jeder Firmling während des Vorabendgottesdienstes an die St. Aegidius-Gemeinde in Gernach.

Während in der Serie in jedem Jahr ein neuer Bachelor seine Herzensdame sucht, und aus 22 Bewerberinnen die eine auswählt, geht es bei der Frage der Firmlinge nicht darum, „jemanden rumzukriegen“: jeder Firmling stellte sich mit einer Idee für das Gemeindeleben oder auch das gesellschaftliche Leben allgemein der Gemeinde vor, und die Gemeinde antwortete spontan mit „ja“ - weil die Ideen, die von den Firmlingen vorgetragen wurden, von der Gemeinde mitgetragen werden konnten.

So wurde der Wunsch vorgetragen, dass der neue Bischof auf die Jugend zugehe. Auch die Idee, ein gemeinsames Fest der drei Gemeinden zum Kennenlernen zu veranstalten, wurde vorgetragen. Oder die Lieblings-WhatsApp wurde vorgestellt.

Rose annehmen

Deutlich wurde auch der eigene Lebenswert der Jugendlichen: Zur deutschen Einheit habe man keine Meinung, weil man da noch nicht geboren war. „Was wäre gewesen, wenn jemand von euch etwas gesagt hätte, zu dem die Gemeinde nicht, oder nur nach längerer Diskussion hätte ja sagen können?“ Diese Frage von Pfarrer Amrehn blieb offen.

So sei diese Frage, ob die Rose angenommen wird, ein Teil des gegenseitigen Kennenlernens: die Firmlinge lernen durch verschiedene Aktionen, wie den Besuch im Kindergarten, die aktive Mithilfe bei der Verteilung der Caritas-Briefe, die Mitgestaltung von Gottesdiensten in den drei Gemeinden Unterspiesheim, Oberspiesheim und Gernach kennen, die Gemeinde lernt zumindest einen kleinen Ausschnitt der Lebenswelt der Firmlinge kennen, die sich in ihren Ideen zum Gemeindeleben zeigt, so Pfarrer Thomas Amrehn.

Im Gegensatz zur TV-Serie komme es beim gegenseitigen Kennenlernen darauf an, im Gespräch zu sein, offen füreinander zu werden, sich wirklich kennenzulernen, um eine stabile Beziehung einzugehen. „In der Taufe haben die Eltern und Paten für Euch gesprochen, jetzt macht ihr euch selbst auf den Weg zur Firmung“. Die Rose sei ein Symbol des Lebens, führte Thomas Amrehn aus. Dazu gehören die schönen Seiten, der Genuss, die Freude, aber auch die Dornen, das Leid, das Ungelöste in unserem Leben. Maria habe all dies in ihrem Leben erfahren und angenommen, und könne uns so Vorbild sein.

Die Firmung will gut vorbereitet sein, so der Seelsorger weiter. Alexandra Göbel begleitet die Firmlinge auf diesem Weg. Sie hatte ein Plakat gestaltet, das den Hl. Geist im Symbol der Taube zeigt und je eine Feuerzunge für jeden der Firmlinge. Dieses Plakat begleitet die Firmlinge auf ihrem Weg zur Firmung. Im Frühjahr wird Weihbischof Ulrich Boom das Sakrament der Firmung spenden.

Die Firmvorbereitung wird in diesem Jahr erstmals zentralisiert im Raum Gerolzhofen organisiert, informierte der Seelsorger. Pfarrer Amrehn schenkte jedem Firmling am Schluss des Gottesdienstes einen Rosenkranz, den er zuvor gesegnet hatte. Der Rosenkranz sei keine Magie, wie etwa das Bespucken einer Hasenpfote, das vor Unglück bewahren solle, sondern eine Erinnerung an die Fürsorge Gottes. Im Gebet könne man sich immer an diese Fürsorge erinnern. Allerdings bedürfe es der Einübung, der inneren Haltung, der Bereitschaft, den Rosenkranz als Möglichkeit der Begegnung mit Gott wahrzunehmen. Auf das Sakrament der Firmung bereiten sich vor: aus Gernach Rebecca Barth und Luis Friedrich, aus Oberspiesheim Timo Ebner, aus Unterspiesheim Mia Brand, Linus Ebert, Justus Kobosil, Melissa Teuber und Tim Wolz.

 

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