Fußgängerüberweg in Gernach sorgt für Sicherheit

23.10.2020

Mainpost 23.10.2020

 

Kolitzheim

Fußgängerüberweg in Gernach sorgt für Sicherheit

Aufgrund einer neuen gesetzlichen Regelung muss das Ortsschild in Gernach an der Unterspiesheimer Straße weiter nach Westen versetzt werden. Folgerichtig wird noch eine weitere Ortstafel an der Einfahrt von der Unterspiesheimer Straße in die Straße "Am Graben" angebracht.  Vor der Ortstafel wird auf der Unterspiesheimer Straße voraussichtlich eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 Stundenkilometer angeordnet. Der Vorschlag wird von der Verkehrsschau gemacht und hat hohe Chancen, von der Straßenverkehrsbehörde angenommen zu werden.

Einig war man sich, dass der Wirtschaftsweg auf der Nordseite der Unterspiesheimer Straße in Gernach auf einer Länge von etwa 50 Metern und einer Breite von drei Metern befestigt werden solle, und der Graben im Bereich des Übergangs auf eine Länge von etwa 4,50 Metern verrohrt werden sollte. Dann könnten die Bürger, die aus dem Schweinfurter Weg kommen und zum Friedhof gehen wollen, die Unterspiesheimer Straße direkt am Schweinfurter Weg gefahrlos überqueren.

Wasserdurchlässige Oberfläche wählen

Einig war man sich, dass der Weg mit einer Asphalttragdeckschicht ausgeführt werden sollte. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 18 500 Euro. Die Gernacher Gemeinderäte machten den Vorschlag, dass man eine befestigte Oberfläche wählen könnte, die aber wasserdurchlässig sei, und von der man gehört habe, dass diese Oberfläche schon in einer der Nachbargemeinden ausgeführt worden sei. So könne man die befestigte Oberfläche mit dem Anliegen verbinden, nicht noch weitere Flächen zu versiegeln. Dem Vorschlag von Bürgermeister Horst Herbert, diesem Vorschlag zu folgen, wenn die Kosten nicht höher lägen als die Asphaltversion, stimmte das Gremium zu.

Anlass zu einer Anfrage von Ulrike Bach, wie und ob das Projekt "Gelbe Welle" von der Gemeinde Kolitzheim verfolgt würde, war das entsprechende Schild, das sie bei der Besichtigung des Bauhofs der Gemeinde sah. Zur Erklärung: "Die Schilder mit dem Zeichen der "Gelben Welle" zeigen die Ein- und Ausstiegsstellen am Main an. Schon vom Wasser aus erkennen Wasserwanderer auf den Tafeln, welche Einkehrmöglichkeiten und Infrastruktur es vor Ort gibt" ist unter www.main-wasserwandern.de/einstiegsstellen/ zu lesen.

Bürgermeister Horst Herbert informierte, dass man vor etwa zehn Jahren sich zu diesem Projekt angemeldet hatte. Man sei aber wieder davon abgekommen, da sich keine geeignete Ein- und Ausstiegsstelle gefunden habe. Durch die Schiffsanlegestelle und die Slipanlage für die Feuerwehr bedingt, seien gewisse Abstände einzuhalten. Wenn man eine solche Anlegestelle schaffen wolle, müsste an anderer Stelle das Ufer ein Stück zurückgebaut werden.

Liegewiese am Main war angedacht

Ulrike Bach verwies auf die Chancen für die Förderung des Fremdenverkehrs, die eine solche Anlegestelle für Kanus und Wasserwanderer böte. Es gebe entlang des Mains mehrere Anliegestellen. Bürgermeister Horst Herbert sagte zu, sich kundig zu machen, brachte auch ins Spiel, dass damals auch eine Liegewiese am Main angedacht gewesen sei.

Ebenfalls unter dem Tagesordnungspunkt "Wünsche und Anregungen" informierte Ulrike Bach über das Projekt "DenkOrt Deportationen 1941- 1944 – wir erinnern an die jüdischen NS-Opfer Unterfrankens". Früher hieß das Projekt "DenkOrt Aumühle", weil vom Bahnhof Aumühle jüdische Mitbürger aus vielen unterfränkischen Gemeinden in Konzentrationslager abtransportiert worden waren. Die Idee: am Gedenkort, benachbart dem Würzburger Hauptbahnhof, wird ein künstlerisch gestaltetes Gepäckstück abgestellt, "als Symbol für die verschwundenen Bürger und Bürgerinnen, die nicht mehr als den Inhalt eines Koffers auf ihrem bisherigen Leben mitnehmen konnten"- so ist auf der Homepage des DenkOrt Deportation zu lesen.

Kontroverse Diskussion im Gemeinderat

Das zweite Gepäckstück, in der gleichen Ausführung, steht in der Gemeinde, aus der die jüdischen Mitbürger, die deportiert wurden, stammen. Ulrike Bach führte weiter aus, dass im Jahr 1937, als die Synagoge in Zeilitzheim aufgelöst wurde, zehn Prozent der Ortsbevölkerung Juden waren. 1942 lebten noch neun Juden in Zeilitzheim, die auch noch deportiert wurden.

Die Gemeinderätin fragte an, ob man als ersten Schritt Frau Stolz, eine Vertreterin dieser Initiative, in den Gemeinderat einladen wolle, um sich über das Projekt zu informieren. Nachbargemeinden, wie Gerolzhofen und Frankenwinheim und weitere 47 Gemeinden hätten sich auch beteiligt.

Bürgermeister Horst Herbert informierte, dass sich die Gemeinde an diesem Projekt mit 250 Euro beteiligt hätte, er stehe auch in Kontakt mit Frau Stolz. Reinhard Heck wandte sich gegen eine weitergehende Beteiligung der politischen Gemeinde. Man sollte das Vergangene nicht wieder hochkochen. Jeder sollte dieses Thema individuell für sich behandeln. Bach hielt dem entgegen, dass es gerade in unserer Zeit, in der rechte und antisemitische Tendenzen verstärkt auftreten, wichtig sei, die Erinnerung an diese schlimmen Geschehnisse wachzuhalten.

Namen der Deportieren sind nicht festgehalten

Peter Dietrich vertrat die Meinung, dass wir für die Gefallenen der beiden Weltkriege Kriegerdenkmäler haben, auf denen deren Namen stehen, die Namen der Deportierten seien nirgends festgehalten. Bürgermeister Horst Herbert informierte, dass der damalige Gemeinderat entschieden habe, eine Gedenktafel im Zeilitzheimer Rathaus anzubringen, in der Gemeindechronik gebe es einen großen Artikel über die Deportation.

Dieter Dietz appellierte, am Volkstrauertag, wenn an die Gefallenen gedacht werde, auch an die Deportierten zu denken. Man müsse sich im konkreten Leben gegen Antisemitismus und Rassismus wenden. Ein Denkmal sei da eher weniger wirksam. Bürgermeister Horst Herbert schloss die Diskussion zu diesem Punkt mit dem Vorschlag ab, dass sich jeder im Gremium zu diesem Thema Gedanken machen solle, und dass man es dann zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufgreifen könne.

Zum Schluss des öffentlichen Teils der Sitzung wies der Bürgermeister auf die schwierige Situation im Zusammenhang mit Corona hin: öffentliche Veranstaltungen seien aktuell nicht mehr zugelassen. Auch der Volkstrauertag sollte nicht durchgeführt werden, lediglich die jeweiligen Gemeinderäte gedenken der Gefallenen, der Opfer von Gewalt und Verfolgung mit einem Gebinde, das am örtlichen Kriegerdenkmal niedergelegt wird.

Zu den News