Gefundenes Fressen für Ratten

13.02.2006

Mainpost 13.2.2006

 

Gefundenes Fressen für Ratten

 

Stammheim (VGS) Mehr als 90 interessierte Stammheimer Bürger kamen am vergangenen Donnerstag ins Sportheim, um sich an der Bürgerversammlung der Gemeinde Kolitzheim unter der Regie von Bürgermeister Horst Herbert zu beteiligen. Herbert hielt zunächst Rückblick auf ein arbeitsintensives Jahr 2005 das auch in Stammheim seineSpuren hinterließ.

Neben der Baugebietserschließung in Stammheim, die kurz vor Weihnachten ihren Abschluss fand, wurde auch der Feuerwehrhausanbau in Angriff genommen. Der Rohbau ist dort abgeschlossen und der Innenausbau voll im Gange.

Für das laufende Jahr plant Herbert im Ortsteil Stammheim die Neugestaltung des Stammheimer Dorfplatzes um den Dorfweiher anzugehen.

Herbert informierte über die Entwicklung der Einwohnerzahlen, die, wie bereits im Vorjahr gemeindeweit rückläufig sind. Im Ortsteil Stammheim wurde dieser Trend gestoppt. Mit 826 Einwohnern ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben. Die Geburtenentwicklung war im vergangenen Jahr in Stammheim jedoch stark rückläufig. Erblickten in den zurückliegenden Jahren immer zwischen fünf und neun Kinder das Licht der Welt, so konnten 2005 nur zwei Geburten beurkundet werden.

Dies verschlimmert die bereits angespannte Situation der Kindergärten sowie der Grund- und Hauptschule. Die Gemeinde wird voraussichtlich bereits im nächsten Jahr eine Entscheidung treffen müssen, welches der drei Grundschulhäuser (Herlheim, Stammheim, Zeilitzheim) geschlossen wird.

In der anschließenden Diskussionsrunde stellte Horst Herbert die Frage an die Versammlung, wie sich die Bürger Stammheims die Entwicklung der Gemeinde Kolitzheim vorstellen.

Öffnungszeiten genügen

Lediglich eine Wortmeldung von Alfred Hackenberg ging auf diese Fragestellung ein, indem er eine flexiblere Öffnungszeit der Gemeindeverwaltung für die Probleme der Bürger einforderte. Herbert wies diesen Vorschlag ab, da die Gemeinde bereits über bürgerfreundliche Öffnungszeiten verfügt und berief sich auf tarifliche und arbeitszeitrechtliche Bindungen.

Weitere Wortmeldungen zur Gemeindezukunft kamen nicht auf den Plan, da etliche andere Probleme der Bevölkerung unter den Nägeln brannten.

Elisabeth Weissenseel sprach das Problem der Dosen-, Altglas und Altpapier-Container am Erlachsbrunnen an. Seit Monaten ist dort jeweils zu Beginn einer Woche ein unerträglicher Zustand zu verzeichnen. Allwöchentlich ist die Straße regelrecht mit Altpapier zugepflastert. Der Unrat der neben den Containern deponiert wird, ist inzwischen ein "gefundenes Fressen" für die Ratten geworden.

Herbert weis um die Situation der Abfall-Container. Er ist sich aber auch sicher, dass diese Situation provoziert wird. Im Verlauf der Diskussion wurden einige andere Standorte erörtert, ein neuer geeigneter Stellplatz kam dabei jedoch nicht heraus. Herbert appellierte nochmals an die Vernunft der Bevölkerung, bat aber auch um konstruktive Vorschläge für einen neuen Standort.

Gerda Dereser, Dieter Weißenseel und Gerd Völk sprachen die in ihren Augen Ungleichbehandlung und die Fehler bei der im vergangenen Jahr durchgeführten Vermessung der Geschossflächen an.

Herbert erläuterte die entsprechenden rechtlichen Regelungen versprach aber in Einzelfällen in einem persönlichen Gespräch Lösungen zu finden.

Josef Wirth machte auf das Problem der Beleuchtung im weiteren Verlauf des Erlachswegs Richtung Anwesen Hahner aufmerksam. Nach einiger Diskussion versprach Herbert, die Kosten für die Aufstellung der Dorflampen zu ermitteln und dann die Finanzierung des Projekt zu erörtern.

Peter Fischer wies die Gemeinde auf den schlechten Zustand der untersten Weinbergsstraße hin und bat den Bauhof und die örtlichen Gemeinderäte sich das Problem dort anzusehen und gegebenenfalls Abhilfe zu schaffen. Außerdem bat er, unterstützt von Johannes Prowald, die Winzer anzumahnen, die Regenrinnen an den Weinbergsstraßen von Beton bzw. Erde zu reinigen, um einen freien Abfluss des Regenwassers zu ermöglichen. Herbert stellte eine Beseitigung der Missstände in Aussicht, verwies jedoch auf einen langwierigen Verwaltungsprozess.

Besitzer im Recht

Jürgen Seißinger sprach das Zufahrtsproblem im Bereich des Kaiserhofes an, und fragte nach, ob die Gemeinde hier nicht durch Kauf oder Enteignung eine Entschärfung der Situation herbeiführen könnte.

Herbert ist das Problem am Kaiserhof bekannt. Er stellte zum einen fest, dass die Eigentümer nicht verkaufen wollen, dass eine Enteignung aber auch nicht in Frage kommt. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass der angeschuldigte Anwohner sich im Recht befindet, da er auf seinem eigenen Grundstück parkt und die Zufahrt zu den beiden anderen Anwesen nicht behindert.

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