Hinterhalt und Heckenschützen

15.07.2009

Mainpost 15.07.2009

KOLITZHEIM

Hinterhalt und Heckenschützen

Bundeswehr übt vom 20. bis 23. Juli

 

Die Patenkompanie der Gemeinde Kolitzheim aus der Mainfranken-Kaserne in Volkach übt von Montag, 20., bis Donnerstag, 23. Juli, im Gemeindegebiet. Das Übungsszenario stellt die Kompanie vor die Aufgabe, als Schutztruppe die Sicherheit im Verantwortungsbereich sicherzustellen, heißt es in einer Mitteilung der Bundeswehr.

 

Die Kompanie wird dazu am Montagmorgen um 7 Uhr alarmiert und verlässt gegen 9 Uhr die Kaserne, um von dort aus als KOFOR (Kolitzheim-Force) sofort in den Einsatzraum Kolitzheim zu fahren. Die beteiligten Fahrzeuge sind daher auch mit KOFOR gekennzeichnet.

Die übenden Soldaten teilen das Gemeindegebiet in vier Sektoren auf, um die Überwachung zu verdichten. Kompaniegefechtsstand wird in Herlheim sein, die drei Sicherungszüge beziehen ihre Unterkunft in den Sportheimen in Gernach, Lindach und Stammheim.

 

Neben den Waldgebieten, in denen sich laut Übungsdrehbuch Untergrundkämpfer und Kriminelle verstecken könnten, müssen vor allem das Waffenlager in Stammheim und das Schloss Zeilitzheim als schützenswertes Kulturgut sowie die Solaranlage bei Unterspiesheim oft kontrolliert werden. Die Naturschutzgebiete und der Wald östlich von Kolitzheim (Befall durch Eichenprozessionsspinner) werden als „Minenverdachtsflächen“ gesperrt.

 

Da bei Oberspiesheim zwei wichtige Versorgungsstraßen verlaufen, muss eine Beeinträchtigung des Verkehrs durch Aufstände oder Attentate unbedingt verhindert werden. Dazu setzt die Kompanie Patrouillen auf Fahrzeugen und auch zu Fuß ein, kontrolliert regelmäßig oder auch dauerhaft die besonders gefährdeten Punkte und durchkämmt bei entsprechenden Aufklärungsergebnissen die Waldgebiete.

 

Im Übungszeitraum ist in allen Gemeindeteilen und in den Wäldern mit bewaffneten Streifen zu rechnen, teilt die Bundeswehr mit. Gefechte im kleineren Rahmen werden nur außerhalb der Ortschaften geführt. Es wird Manövermunition eingesetzt. Ein Koordinator plant und leitet die Situationen von der Kaserne aus. Unterstützt wird die Kompanie durch Scharfschützen aus Hammelburg, die im Gemeindegebiet Beobachtungsposten beziehen.

 

Die Patrouillen haben den Auftrag, mit Gesprächsaufklärung zur „Verdichtung des Lagebildes“ beizutragen, wie es in der Militärsprache heißt. Bürger, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, können dies also den Streifen berichten und aktiv mithelfen. Der Kontakt und die Zusammenarbeit mit Zivilisten ist zu jeder Zeit explizit erwünscht.

 

Die Planungen sehen folgende Einsatzlagen vor: Eindringversuch in Waffenlagerstätte, Ausheben eines Waffenlagers im Wald, Aufgreifen eines untergetauchten Kriegsverbrechers, ziviler Unfall mit mehreren Verletzten (die Feuerwehr Kolitzheim hat ihre Hilfe angeboten), Versorgung eines angeschossenen Heckenschützen sowie eines verletzten Zivilisten, Bergung eines landwirtschaftlichen Anhängers, Kontrolle von verdächtigen Personen, Überbringen eines Drohbriefes an den Kompaniechef, Verhinderung eines Anschlags gegen die Solaranlagen und eine Patrouille, die in Hinterhalt gerät und beschossen wird.

 

Zum Abschluss ist am Mittwochabend, 23. Juli, in Stammheim eine Feier mit dem BRK vorgesehen.

 

 

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