Historischer Putz am Riehlshof wird gesichert

28.10.2020

Mainpost 28.10.2020

Herlheim

Historischer Putz am Riehlshof wird gesichert

Vor vier Jahren unterstützte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) den Verein IG für Bauwerkerhalt, Umwelt- und Kulturpflege bei der Dachinstandsetzung des Wohnstallhauses in der Herlindenstraße 32 mit 30 000 Euro. Nun stellt die spendensammelnde Denkmalschutzstiftung weitere 2900 Euro für die restauratorische Sicherung historischer Putze und Oberflächen bereit, heißt es in einer Pressemitteilung der DSD.

Der so genannte Riehlshof gehört zu den über 420 Projekten, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.

Der nach den ursprünglichen Erbauern, den Brüdern Hans und Jakob Riehl, genannte Riehlshof war Bestandteil eines ehemals größeren Anwesens aus dem Ende des 16. Jahrhunderts, dem Ebracher Zehnthof, zu dem die heutigen Hausnummern 32 und 34 gehören. 1608 wurde er zunächst komplett in Fachwerkbauweise als eingeschossiges Wohnstallhaus mit ausgebautem Dachgeschoss errichtet.

Knapp 20 auf zehn Meter im Grundriss

Trotz umfangreicher Veränderungen – vor allem im 19. Jahrhundert – ist der bauzeitliche Grundriss im Erdgeschoss nach wie vor gut ablesbar. Es handelt sich um einen 19,5 Meter langes und etwa zehn Meter breites Gebäude. Im nördlichen Drittel sind die Wohnräume untergebracht. Nach Süden hin schließen sich die Wirtschaftsräume und der Stall an, beschreibt der Pressetext.

Viele Baudetails stammen noch aus der Erbauungszeit. Sie geben wertvolle Hinweise zur Bau- und Besitzergeschichte des Anwesens. Der Verein IG für Bauwerkerhalt, Umwelt- und Kulturpflege möchte in diesem authentischen Zeugnis der bäuerlichen Kultur um 1600 eine museale Nutzung einrichten.

So kamen auch bei der Instandsetzung des Daches ausschließlich alte Ziegel zur Anwendung. Dabei wurde bei der Deckung zum einen auf die ursprünglichen Ziegel zurückgegriffen, die noch von der nunmehr bereits 200 Jahre zurückliegenden letzten Eindeckung des Daches stammen, sowie zum anderen auf Ziegel aus Dächern der Region, deren Deckung erneuert wurden. Es handelt sich um längliche Hohlziegel, die damit von einer ausgesprochen hohen Witterungsbeständigkeit zeugen.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Die DSD ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion „Tag des offenen Denkmals®“. Rund 400 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200 000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 5500 Denkmale mit mehr als einer halben Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht.


 

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