Jubiläums-Wallfahrt mit Rekordbeteiligung

26.06.2006

Mainpost 26.6.2006

 

Jubiläums-Wallfahrt mit Rekordbeteiligung

 

GERNACH (ES) Zum 25. Mal machten sich die Gernacher und -innen auf den Weg nach Dettelbach. Die Dettelbach-Wallfahrt war bis gegen Ende der 60er Jahre als Zwei-Tages-Wallfahrt durchgeführt worden. Gerne erinnert sich der Wallfahrtsleiter Erwin Räth an die Zeit, als man noch von Sommerach aus mit dem Schelch über den Main fuhr.

 

Während der Überfahrt wurde traditionsgemäß das Lied "Meerstern, ich dich grüße" gesungen. Das nächste Ziel war dann Neuses am Berg. In Dettelbach angekommen, fand der Wallfahrtsgottesdienst statt. Danach ging man von Haus zu Haus, um eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Manchmal zogen die Dettelbacher sogar aus ihren Schlafzimmern aus, um den Gästen eine Übernachtungsmöglichkeit zu bieten. Am Abend fand dann noch eine Andacht statt. Es stellte sich jedoch mit der Zeit als immer schwieriger heraus, Übernachtungsmöglichkeiten zu finden, und auch das Interesse der Gernacher, an der Wallfahrt teilzunehmen, wurde immer geringer, so dass Ende der 60er Jahre die Wallfahrt nach Dettelbach nicht mehr stattfand.

Erwin Räth regte dann die Wallfahrt zu Beginn der 80er Jahre wieder an. 1982 fand dann die erste Wallfahrt statt. Sie dauerte nur einen Tag. Man startete nicht so früh und hatte dem enstsprechend mit der Mittagssonne zu kämpfen. Zunächst experimentierte man etwas mit dem richtigen Weg für die Wallfahrt, bis dann nach einigen Versuchen der jetzige Weg von Gernach nach Volkach und über Astheim entlang der Straße nach Neuses am Berg gefunden war. Bewährt hat sich auch der frühe Start um 4.30, so dass man schon kurz vor dem Ziel angekommen ist, bevor die Sonne zu kräftig wird.

In diesem Jahr nahmen 41 Frauen und Männer an der Wallfahrt teil, so viele wie noch nie, seit die Wallfahrt wieder aufgenommen wurde. Der jüngste Wallfahrer, Martin Dotzel, hatte in diesem Jahr Erstkommunion. Er war mit seinem Opa unterwegs. Beide trugen die Fahnen beim Einzug in die Wallfahrtskirche. Die Musikkapelle Gernach unter Leitung von Alfred Glos begleitete den Gesang der Wallfahrer mit ihren Instrumenten. Mitglieder des Pfarrgemeinderats und der Kirchenverwaltung Gernach unter Leitung von Karin Johe-Nickel hatten zeitgemäße Gebete für den etwa 23 km langen Weg vorbereitet.

Anklang bei den Wallfahrerinnen und Wallfahrern fand, dass Zeiten des Gebets mit Zeiten der Stille und der Möglichkeit, sich zu unterhalten, abwechelten. Wallfahrtsleiter Erwin Räth hatte zu Beginn der Wallfahrt daran erinnert, dass Wallfahrt eine Zeit der Besinnung und des Gebets sei, und gebeten, sich entsprechend dieser Vorgabe zu verhalten. Er hatte auch die Rast mit Kaffee und Kuchen organisiert.

Pater Richard Heßdörfer, Guardian und Wallfahrtsbetreuer, begrüßte die Wallfahrer in Dettelbach. Pfarrer Georg Hartmann, Pfarrer von Unterspiesheim mit den Filialen Unterspiesheim, Oberspiesheim und Gernach, sowie Pfarrer von Grettstadt, der sich den Termin für den Wallfahrtsgottesdienst eigens "freigeschaufelt" hatte, konzelebrierte mit Pater Richard. In seiner Predigt legte Pfarrer Hartmann das Gleichnis vom Senfkorn aus. Er erinnerte daran, dass es vor allem Gottes Gnade sei, die dem Tun Gelingen bringe; das könne Gelassenheit geben, sollte allerdings nicht dahin führen, dass man selbst seinen Einsatz nicht bringe. Aller Einsatz, im Vertrauen auf das Zutun Gottes, sei gefordert, so der Seelsorger. Nur so könne das tägliche Tun gelingen.

Nach dem Gottesdienst bekamen die Wallfahrer und Wallfahrerinnen, die die 25 mal dabei waren, eine Urkunde ausgehändigt, als Anerkennung für ihre Teilnahme an der Wallfahrt. Nach dem gemeinsamen Mittagessen in Hörblach zogen die Wallfahrer, die mit dem Bus oder mit eigenen Autos nach Gernach zurückfuhren, in die Gernacher St. Aegidius-Kirche zu einer kurzen Schlußandacht ein. Pfarrer Hartmann bedankte sich bei allen, die zum Gelingen der Wallfahrt beigetragen hatten, für ihren Einsatz

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