Kein Aufschub bei Feuerwehrhaus und Rathaus

07.08.2020

Mainpost 07.08.2020

Kolitzheim

Kein Aufschub bei Feuerwehrhaus und Rathaus

Mit 1,2 Millionen Euro schlägt der Neubau des Feuerwehrhauses in Kolitzheim zu Buche, ebenfalls auf 1,2 Millionen belaufen sich die Kosten für den Rathausanbau.

Für das Feuerwehrhaus ist ein Zuschuss von knapp 60 000 Euro zu erwarten. Angesichts der zu erwartenden Einnahmeausfälle für die Gemeinde machte Bürgermeister Horst Herbert den Vorschlag, dieses Projekt um zwei oder drei Jahre zu verschieben. Gemeinderat Peter Dietrich betonte demgegenüber die Bedeutung des Rathauses: Das Rathaus sei das erste Haus der Gemeinde, aber nicht barrierefrei. Die Erweiterung der Räume für die im Rathaus Beschäftigten sei ebenfalls dringend erforderlich. Genau so notwendig sei der Neubau des Feuerwehrhauses.

Darüber hinaus bestehe die Gefahr, dass sich in zwei oder drei Jahren die baulichen Vorschriften wieder änderten, und dass man die bisher ausgegebenen 64 000 Euro für Planungskosten dann umsonst ausgegeben hätte. Außerdem müsse man auch die erhöhten Mietkosten der bisher von der Feuerwehr genutzten Räumlichkeiten im Blick haben. Die Feuerwehr habe zudem eine wichtige Funktion im Dorf und man habe einen guten Personalstamm, dessen Motivation leide, wenn man die Feuerwehrleute weiter vertröste.

Unverständnis über "Vollbremsung"

Michael Ortner äußerte sein Unverständnis, warum man jetzt "eine Vollbremsung hinlege", wenn die Planungen schon so weit gediehen seien. Der Vorsitzende des Feuerwehrvereins und 1. Kommandant Norbert Pfaff, der zu dieser Sitzung geladen war, plädierte nachdrücklich für die möglichst zeitnahe Umsetzung des Projektes. "Wir leben als Feuerwehr in Kolitzheim schon seit 24 Jahren in einer Übergangslösung – wer weiß, ob in einigen Jahren die Planungen wieder aufgegriffen werden. In dieser Hinsicht sind wir ein gebranntes Kind".

In einem kurzen nichtöffentlichen Intermezzo wurde der Gemeinderat über die geplante Erhöhung der Miete für das von der Feuerwehr genutzte Gebäude informiert. Nach der Erörterung weiterer Möglichkeiten, etwa die isolierte Erstellung des Aufzugs in den ersten Stock, wurde schließlich mit drei Gegenstimmen der Beschluss gefasst, den Mietvertrag nicht weiter zu verlängern und die aktuellen Planungen so weiterzuführen, dass das neue Feuerwehrhaus bis zum 31. Dezember 2021 bezugsfertig ist.

Probebohrungen im neuen Baugebiet

Der Bürgermeister informierte anschließend über die geplante Probebohrung zur Kaltwasserversorgung im neuen Kolitzheimer Baugebiet "Am Auweg". Nach Vorsondierungen hatte die ÜZ Lülsfeld angeboten, eine Probebohrung durchzuführen, ob dieses Baugebiet geeignet sei für die Kaltwärmeversorgung. Die Kosten der Probebohrung belaufen sich auf etwa 20 000 Euro. Der Gemeinderat stimmte zu, diese Probebohrung in Auftrag zu geben.

Erweist sich das Gelände als geeignet für die Kaltwärmeversorgung, werden auf jedem Baugrundstück zwei Bohrungen durchgeführt. Die Kosten für diese Bohrungen in Höhe von jeweils etwa 12 000 Euro werden durch die Bauherren refinanziert; es besteht jedoch keine Verpflichtung, diese Art der Energieversorgung auch zu nutzen. Bei der Kaltwärmeversorgung wird die Erdwärme mittels Wärmepumpen genutzt, um Energie für Heizung und Warmwasser zu gewinnen.  

Abschließend erinnerte Michael Ortner an die Renovierung der Friedhofsmauer in Unterspiesheim, Dieter Dietz an den Wunsch, das Stück vom Schweinfurter Weg zum Friedhof gefahrloser zu gestalten und Bürgermeister Horst Herbert informierte, dass die Überbrückung des Grabens auf der gegenüberliegenden Seite des Schweinfurter Wegs vom Landratsamt als Eigentümer genehmigt sei, man aber mit dem Bauausschuss das weitere Vorgehen überlegen werde.

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