Kirchturmkugel und -kreuz gesegnet

25.08.2020

Mainpost 25.08.2020
Gernach

Kirchturmkugel und -kreuz gesegnet

Am kommenden Samstag, 29. August, feiert die St.-Aegidus-Gemeinde Gernach das Hochfest ihres Kirchenpatrons. Coronabedingt findet der Gottesdienst in der Lebenshalle des Gernacher Friedhofs statt. Historisch bei diesem Gottesdienst wird die Segnung des renovierten Turmkreuzes und der renovierten Turmkugel des Gernacher Gotteshauses sein: Für hoffentlich lange Jahre werden Turmkreuz und Turmkugel die Spitze des Gernacher Kirchturms krönen.

Es ist üblich, dass in die Turmkugel Dokumente gegeben werden, die über die aktuelle Situation von politischer und kirchlicher Gemeinde berichten, ebenso über die weltpolitische Lage. Die Mitglieder der Kirchenverwaltung Gernach haben sich aufgrund der engen Verhältnisse an der Kirchturmspitze entschieden, zwei Kupferkartuschen anfertigen zu lassen. In die eine Kartusche werden die Dokumente gegeben, die schon in den Jahren 1919, 1946 und 1972 in der Kirchturmkugel enthalten waren. Das waren unter anderem Schreiben der jeweiligen Bürgermeister zur aktuellen gesellschaftlichen, kirchlichen und gemeindlichen Situation, Notgeld, Lebensmittelmarken, Festschriften zu Vereinsjubiläen. In die zweite Kartusche werden einige Berichte über das kirchliche und örtliche Geschehen aus der Tageszeitung, einige Münzen und Geldscheine, sowie ein Amtsblatt der Gemeinde eingeschlossen.

Eigentlich sollte das St.-Aegidius-Fest 2020 der Schlusspunkt der Renovierung sein. Das hätte gut gepasst, denn vor 1300 Jahren starb der Patron des Gernacher Gotteshauses. Aber immerhin ist mit dem Abschluss der Renovierung des Schieferdachs des Kirchturms ein weiterer Schritt der Gernacher Kirchenrenovierung geschafft.

Verzögerung wegen Feuchtigkeit

Ein Grund für die Verzögerung ist auch die Feuchtigkeit in den Wänden der Kirche, vor allem des Turmes. Architekt und Fachfirmen haben daher vorgeschlagen, das Mauerwerk des Turmes bis zum ersten Gurt über den Winter trocknen zu lassen und die Renovierungsarbeiten im Frühjahr fortzusetzen. Durch die unvorhergesehenen Renovierungsarbeiten sind die Baukosten inzwischen auf etwa 550 000 Euro gestiegen. Dabei ist die notwendige Sanierung des eigentlichen Kirchengebäudes (Langhaus) noch gar nicht eingerechnet.

Durch das Baumoratorium der Diözese wird diese – auch dringend notwendige Renovierung – auf unbestimmte Zeit verschoben. Von den aktuell anfallenden 550 000 Euro zahlt die Gemeinde Kolitzheim 30 Prozent – etwa 185 000 Euro. Die Diözese stellt 150 000 Euro in Aussicht, an weiteren Zuschüssen, etwa vom Denkmalschutz und vom Bezirk Unterfranken sind weitere 50 000 Euro zu erwarten, sodass von der Kirchenstiftung noch etwa 165 000 Euro zu tragen sind – zusätzlich zu der durch die bisherigen Renovierungsarbeiten entstandenen erheblichen Schuldenlast.

Die Kirchenverwaltung Gernach ist dankbar, dass die Gemeinde Kolitzheim 30 Prozent der Kosten übernimmt. Der Dank der Verantwortlichen gilt "allen, die sich mit größeren und kleineren Spenden, mit zinslosen Darlehen und Eigenleistungen an dem Vorhaben beteiligen"– so ist in einer Mitteilung der Kirchengemeinde zu lesen. 7500 Euro an Spenden seien bisher eingegangen. Nach dem Hochfest des Heiligen Aegidius werden die Dachdecker- und Spenglerarbeiten abgeschlossen. Wenn dann die Malerarbeiten an Turm und Langhaus beendet sind – das wird voraussichtlich bis Ende September der Fall sein – wird das Gerüst abgebaut. Und vielleicht kann ja am 1. September 2021 der Abschluss aller Renovierungsarbeiten an der Gernacher Kirche groß gefeiert werden ? Der Kirchenverwaltung würde dann sicher ein großer Stein vom Herzen fallen.

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