Kolitzheim-Force sorgt für Sicherheit

17.07.2009

Mainpost 17.07.09

KOLITZHEIM/VOLKACH

Kolitzheim-Force sorgt für Sicherheit

 

 

Übung der 5. Kompanie aus Volkach verbindet Patenschaft und Ausbildung

Die Ähnlichkeit der Namen KFOR und KOFOR ist nicht rein zufällig, sondern hat einen sehr ernsten Hintergrund, wenn die Patenkompanie der Gemeinde Kolitzheim aus der Mainfranken-Kaserne Volkach vom 20. bis 23. Juli eine groß angelegte Übung auf dem Gebiet der Großgemeinde durchführt.

 

Während sich im Kosovo die multinationale KFOR-Truppe (Kosovo-Force) auch unter Beteiligung der Volkacher Soldaten im Einsatz befindet, hat in Kolitzheim die speziell für diesen Anlass zusammengestellte rund 100 Mann starke KOFOR (Kolitzheim-Force) den Auftrag, als Schutztruppe in ihrem Verantwortungsbereich die Sicherheit zu gewährleisten und für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

„Das ist einmal ein ganz anderer Übungsansatz, als sonst auf einem kleinen Übungsplatz“

Hauptmann Steffen Engel von der Kolitzheimer Patenkompanie

Das Szenario reicht von Patrouillen und Kontrollen verdächtiger Personen, über die Überbringung von Drohbriefen an die Schutzkompanie, bis zum Ausheben eines Waffenlagers und dem Aufgreifen eines untergetauchten Kriegsverbrechers, um nur einige Beispiele zu nennen (über den Übungsinhalt berichteten wir bereits in der Mittwochs-Ausgabe).

Nach Aussage von Hauptmann Steffen Engel, dem Kompaniechef der 5. Kompanie des Logistikbataillons 467, ist dies ein Szenario, in dem auch die vorwiegend in der Instandhaltung und Wiederherstellung von militärischem Gerät eingesetzten Soldaten seiner Einheit jederzeit geraten könnten.

Immer wieder werden Soldaten der Kompanie für den Auslandseinsatz abgestellt, womit wir wieder beim ernsten Hintergrund der Übung wären. Die Männer müssen deshalb insbesondere das Patrouillieren beherrschen und auf die häufigen Angriffe in Ortschaften und Städten als Ausgangs- und Brennpunkt von Unruhen vorbereitet sein.

So reifte die Idee, beides zu verbinden, Patenschaftsarbeit und Ausbildung, und die Übung in das Gebiet der Kolitzheimer Patengemeinde zu verlegen. Hauptmann Engel: „Das ist einmal ein ganz anderer Übungsansatz, als sonst auf einem kleinen Übungsplatz.“

Zum anderen werde durch diese „Verzahnung“ die Patenschaft mit Leben erfüllt und der Kontakt mit der Bevölkerung gepflegt. Schließlich gelte es im Auslandseinsatz „nicht als Besatzer, sondern als Beschützer und vorbildlicher Träger der Demokratie“ (Steffen Engel) aufzutreten.

Die Bevölkerung könne im Gegensatz zur Kaserne mit eigenen Augen sehen, wie und wofür die Soldaten ausgebildet würden. Diese wiederum entwickelten ein Verantwortungsbewusstsein für die Patengemeinde. Die Verbindungsaufnahme und Zusammenarbeit mit der Bevölkerung ist zu jeder Zeit ausdrücklich erwünscht. Konkret werde beispielsweise die Feuerwehr in das Geschehen mit einbezogen, indem sie einen zivilen Unfall mit mehreren Verletzten aufbaut, bei dem die Sanitätsausbildung der Soldaten gefordert ist.

Zugrunde liegt der Übung die von Montag bis Donnerstag, 13 Uhr, ohne Unterbrechung rund um die Uhr läuft, eine Einsatzlage, in der die Kompanie den erwähnten Auftrag hat, als Schutztruppe für die entsprechende Sicherheit in dem ganz bestimmten Bereich zu sorgen.

Die Kompanie wird dazu am Montag früh um 7 Uhr alarmiert und gegen 9 Uhr die Mainfranken-Kaserne verlassen, um von dort aus als KOFOR (Kolitzheim-Force) sofort in den Einsatzraum Kolitzheim zu verlegen. Die beteiligten Fahrzeuge sind daher auch mit KOFOR gekennzeichnet.
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