Narren verwandeln Pfarrheim in einen Kinosaal

01.02.2016

Mainpost 01.02.2016

STAMMHEIM
 

Narren verwandeln Pfarrheim in einen Kinosaal

Der Frauenbund Stammheim präsentierte im Stile der Goldwyn-Mayer-Filme die Kinowelt bei den Faschingssitzungen im Pfarrheim-Kino. Natürlich durften die perfekte Dekoration mit großformatigen Kinoplakaten, Colabechern, Popcorntüten mit Beleuchtung und ein Eisverkäufer mit „Bauchladen“ nicht fehlen.Die Kinoputzfrauen, Elisabeth „Lissy“ Weißenseel im praktischen Putzfrauengewand und Sandra Weißenseel im modernen Outfit mit Hotpants als Arbeitskleidung, moderierten abwechslungsreich und humorvoll die einzelnen „Filmbeiträge“.
Sounddesigner und Alleinunterhalter Mario Ziegler heizte dem närrischen Publikum mit stimmungsvollen Faschingsliedern zum Schunkeln und Mitklatschen kräftig ein.

Premiere als Tanzmariechen
Mit ihrer Premiere als Tanzmariechen eröffnete Annika Niedermeyer mit einem flotten Showtanz den bunten Abend. Wie im Kino üblich, wurden zwischen den Beiträgen immer wieder Werbeblöcke der örtlichen Gewerbebetriebe eingeblendet, die von den jungen Marketingexperten eindrucksvoll und zutreffend, mit hohem Wiedererkennungswert, in Szene gesetzt wurden.
Perfekten Becherrhythmus und synchrones Klatschen führten die Lollyrocks, auf den Tischen sitzend, vor. Im zweiten Teil haben die jungen Damen im Rockeroutfit zu „Highway to Hell“ von AC/DC die Bühne und den Saal beben lassen.
Unter dem Motto „wir olla süchen heut' en Mo“ machten sich zwei Frauengruppen, eine mit etwas reiferen Damen und eine jugendliche Abordnung, auf zur Sonderwallfahrt nach Retzbach. Unter dem Glockengeläut der Wallfahrtskirche und bei inständigen Litaneigebeten baten sie um Erhörung ihrer Bitte „schöner wär' es doch zu zwein – wir sind ja so allein“. Schließlich holten sich die „Jungfrauen“ die ersehnten Männer aus dem Publikum.

Fesche, flauschige Petticoats im Stile der 50er-Jahre trugen die Cinema Girls bei ihrem Showtanz zu fetzigem Rock'n Roll Sound, der die Narrenschar begeisterte. Höhepunkt ihrer Darbietung war die Inszenierung des Titelsongs zum Film „Untergang der Titanic“, bei dem die Hauptdarsteller auf dem Bug des Schiffes stehen und dem Untergang entgegensehen.

Verschiedenste Charaktere trafen sich auf einem originalgetreuen Männerklo und strapazierten mit verhaltenstypischer Mimik und den entsprechenden Gesten die Lachmuskeln der Zuschauer.
In die Zeit der 70er-Jahre und in die Südstaaten von Amerika versetzten die Alabama Girls das närrische Publikum mit ihrem Tanz zum Lied „Sweet Home Alabama“ der Southern-Rock-Band Lynyrd Skynyrt.
Der gemischte Stammtisch des Frauenbundes freute sich, dass seine Initiative vom letzten Jahr zur Wiedereröffnung eines Dorfladens in Stammheim zum Erfolg geführt hatte. Kurze Zeit nach der Faschingssitzung eröffnete eine Bäckereifiliale mit bedarfsgerechtem Sortiment, besonders zur Freude der älteren Einwohnerschaft.
Wie jedes Jahr wussten die redseligen Damen und „Herren“ wieder von vielen Anekdoten aus dem örtlichen Geschehen zu berichten. So muss aus dem Laster des Musikvereins erst Luft aus den Reifen abgelassen werden, damit dieser in die neugebaute Garage fahren kann.

Auch die verstärkte Polizeipräsenz in Stammheim führte zu mancherlei kuriosen Ereignissen. So soll ein über 80-jähriger Autofahrer von der Polizei mit den Worten „Aus welcher Disco kommen sie denn?“ überprüft worden sein. Auch die Ereignisse im Zusammenhang mit der Partei „die Rechte“ wurden vom Stammtischkomitee mit dem genüsslichen Ausspruch „dara Brauna hammer gahm“ kommentiert. Mit der Hymne „wir leben gern in Stammheim“ wurden die Aktivitäten von „Stammheim ist bunt“ unter dem Vorsitz von Burkhard Krapf zutreffend gewürdigt.
Von zwei eingeschlossenen Gästen im historischen Rathaus beim Weinlesefest, dem Foto auf einem Prospekt, in dem die Weinprinzessin Silena Werner in der auswärtigen Volkacher
Gemarkung zu sehen ist, sowie Kuriositäten beim Hostienempfang beim Auferstehungsgottesdienst an Ostern wussten die Stammtischler zu berichten.


Auch Kreisrätin Nadine Friedrich wurde nicht verschont. Während sie mit ihrem KiZwiWa (Kinderzwillingswagen) nach einem Einkauf beim Metzger noch einen Plausch hielt, wurde die eingekaufte Wurst unbemerkt von einer Katze angeknabbert. Über die kürzeste Ansprache beim Straßenweinfest amüsierten sich die Stammtischler ebenfalls, als die neue Symbolfigur, der „Stammheimer Esel“, nur „I A“ sagte.

Drei singende Schleifer versuchten vergeblich, ein Messer und ein Beil zu schleifen. Es fehlte aber das Wasser auf dem Schleifstein, der Eimer hatte ein Loch und das Stroh taugte nicht zum Stopfen, sodass die braven Handwerker die Bühne unverrichteter Dinge verlassen mussten, aber unter dem Applaus des Publikums.
Glitzernde Outfits wirbelten beim Tanz der „Dancing Diamonds“ über die Bühne, bei dem auch Weinprinzessin Silena Werner ihre tänzerischen Fähigkeiten unter Beweis stellte.

Mit Heiner und Eugen gaben zwei langjährige Ehemänner ihre Weisheiten zum Ehe- und Familienleben zum Besten, bei denen alle Klischees und Vorurteile humoristisch beleuchtet wurden.
Einen Weltuntergang kündigten die Moderatorinnen Lissy und Sandra Weißenseel zum Höhepunkt des Kinoabends an. Dazu kam es zwar nicht, aber die großartige Show, die beeindruckende musikalische Untermalung und die gelungene Tanzvorführung der Tanzgruppe in farbenprächtigen Kostümen, sowie die herrliche Kulisse des Pharaohofes aus Ägypten, bildeten ein grandioses Finale.
Mit einer Polonaise durch den Saal feierten Mitwirkende und Gäste die erste Faschingssitzung des Frauenbundes. Ihr folgten am Wochenende zwei weitere Sitzungen.

Die Mitwirkenden

Tanzmariechen: Annika Niedermeyer. Trainerin Sarah Seißinger
Marketingexperten: Luca Dietrich, Max Leixner, Jannik Moller, Jeremy Kramny. Trainerinnen Elisabeth Weißenseel, Helene Götz
Lollyrocks: Laura Ziegler, Hanna Weissenseel, Leonie Bedenk, Elena Seißinger, Lena Ziegler und Megan Regan. Trainerinnen: Sabine Brehm und Bettina Seißinger
Sonderwallfahrt nach Retzbach: Schayenne - Katrin Kittel, Josefine - Irene Schmitt, Mandy - Sarah Seißinger, Scharlotte - Andrea Völk, Sandy - Lena Wieland, Babett - Marion Schley, Damara - Katharina Hackenberg-Magda
Cinema Girls: Johanna Hetzel, Monique Niedermeyer, Jaqueline Klein, Sina Krapf, Annika Moller, Anna Völk, Hanna Seger, Freya Hahner, Amelie Dietrich, Luisa Wieland, Philipp Seißinger, Simon Greubel, Enrico Schwager, Luca Dietrich. Trainerinnen: Nadin Dietrich,Manuela Krapf
Fasching auf dem Männerklo:
Alexander Moller, Manuel Moller, Manuel Reusch, Marcel Klein und Patrick Müller. Trainer: Julian Heimbuch
Alabama Girls: Verena Seißinger, Sabrina Bauer, Elisabeth Klüpfel, Carina Tapken, Kristina Völk und Sophia Krauß
Stammtisch: Als Kunert - Irene Schmitt, als Anton - Doris Wieland, als Max - Hildegart Hackenberg, als Babett - Marion Schley, als Trude - Claudia Seißinger, als Hannes - Hildruth Wieland, als Sepp - Rita Bauer
Die Schleifer: singende Schleifer Walter Seißinger und Siegfried Weißenseel, als Kunde mit dem stumpfen Beil - Sven Dietrich
Dancing Diamonds: Caro Scheller, Vroni Seißinger, Anja Bedenk, Silena Werner, Verena Seißinger und Sabrina Bauer
Heiner und Eugen: Ellen Niedermeyer und Florian Klüpfel
Apocalypse: Manuel Moller, Isabella Rehbitzer, Anna Karbacher, Johannes Moller, Patrick Müller, Theresa Moller, Katharina Wieland, Carina Müller, Patricia Moller, Veronika Moller und Eva Moller. Trainerin: Carina Moller
Moderation: Elisabeth Weißenseel, Sandra Weißenseel
Eisverkäufer: Florian Klüpfel Musiker: Mario Ziegler Technik: Michael Moller (Musik), Alexander Schug, Tobias Bauer (Bühnen Auf- und Abbau)
Dekoration: Eva Moller, Carina Moller, Doris Wieland, Helene Götz, Birgit Schug
Für das leibliche Wohl sorgten: Brigitte Klüpfel, Brigitte Seißinger, Marga Hübner, Sabine Brehm

Zu den News