Neue Kläranlage ist in Betrieb, mit Bakterien aus Grettstadt

20.04.2016

Mainpost 20.04.2016

KOLITZHEIM/SULZHEIM

 

Neue Kläranlage ist in Betrieb, mit Bakterien aus Grettstadt

Nach einem Planungszeitraum von 15 Jahren und eineinhalb Jahren Bauzeit wurde die neue Kläranlage der Gemeinden Kolitzheim und Sulzheim am Montag mit einem Mausklick am Steuerungscomputer in Betrieb genommen.
„Heute wird das erste aus Unterspiesheim kommende Abwasser gefördert und es wird ab der Mittagszeit die Kläranlage erreichen“, sagte Horst Herbert, Bürgermeister von Kolitzheim und Vorsitzender des Abwasserzweckverbandes Kolitzheim-Sulzheim. In den kommenden Tagen werde dann das Abwasser aus Kolitzheim, Herlheim und Zeilitzheim dazukommen. Die Zuführung aus der Gemeinde Sulzheim werde hingegen noch einige Wochen dauern, da hier der Bau der Zubringereinrichtungen noch im Gange ist.

Auf dem Gelände der Kläranlage bei Zeilitzheim begrüßte Herbert am vergangenen Montag zu der Inbetriebnahme zahlreiche in die Planung und den Bau der Anlage involvierte Personen, die Verbands- und Gemeinderäte der beiden Kommunen Kolitzheim und Sulzheim und Landrat Florian Töpper.


Mit Bedacht sei die Inbetriebnahme in die jetzige, wärmere Jahreszeit verschoben worden, erklärte Horst Herbert. Denn die Bakterien, die für die biologische Reinigung in der Anlage nötig sind, brauchen für ihre Abbauarbeit Wärme. Damit diese Arbeit in der neuen Anlage beginnen kann, müssen allerdings die Mikroorganismen erst durch so genanntes Impfen eingebracht werden. Dies geschah am Montag, indem 300 Kubikmeter Klärwasser aus der Grettstädter Kläranlage angefahren und eingeleitet wurden.

Horst Herbert ging auf den Kreislauf bei der Klärung des Abwassers ein, angefangen bei Sandfang und Rechengebäude, übers Kombibecken bis letztendlich zum Abfluss des geklärten Wassers in die Volkach. Nicht unerwähnt blieben auch die Gebäude und die Technik, die für Behandlung des Klärschlamms bereitstehen.

Hugo Barthel vom Büro Pro Terra, der Planer der Anlage, freute sich, dass die Kläranlage endlich in Betrieb gehen konnte. Dem Zeitplan hinke man zwar etwas hinterher, die Kosten seien allerdings im Bereich der Kalkulationen, eventuell sogar noch etwas darunter, lautete sein positives Fazit.

Für Landrat Florian Töpper war die Inbetriebnahme der neuen Kläranlage ein historischer Moment. Besonders lobte er die interkommunale Zusammenarbeit und das ökologische Konzept, durch das gleich mehrere alte Anlagen aufgegeben werden können. „Dies ist ein guter Tag für den ganzen Landkreis“, stellte der Landrat fest.

Er freue sich für die Natur, sagte Manfred Keller vom Wasserwirtschaftsamt in Bad Kissingen. Die kleineren Gewässer würden sauberer. Das in der Anlage geklärte saubere Wasser fließe in den großen Vorfluter, die Volkach. „Reines Wasser wird in die Natur zurückgelassen“, betonte Keller den Nutzen solcher Kläranlagen.

Unter Führung von Horst Herbert und Klärwärter Jürgen Rettner besichtigten die Anwesenden anschließend das Gelände und die Gebäude der Kläranlage. Bis ins Detail ging Rettner dabei auf die Funktionsweise der Anlage und der einzelnen Geräte ein.

Mit einem Klick auf dem Bildschirm startete Horst Herbert schließlich eine Pumpe im zwei Kilometer entfernten Pumpwerk bei Herlheim. Damit wurde der Fluss des Abwassers von dort in Gang gesetzt und die Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Kolitzheim-Sulzheim in Betrieb genommen.

 

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