Neues Feuerwehrfahrzeug: Am Wassertank scheiden sich die Geister

21.10.2008
Mainpost 21.10.2008

KOLITZHEIM

Neues Feuerwehrfahrzeug: Am Wassertank scheiden sich die Geister

Gemeinderat diskutiert über ein neues Fahrzeugs für die Zeilitzheimer Wehr 

Schon bald 30 Jahre alt ist das Fahrzeug der Zeilitzheimer Feuerwehr und in schlechtem Zustand. Nun wurde ein Antrag auf ein Ersatzfahrzeug gestellt, berichtete Bürgermeister Horst Herbert in der Gemeinderatssitzung, zu der er zahlreiche Feuerwehrmänner und -verantwortliche begrüßte.

Die Zeilitzheimer Wehr wünsche sich ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (TSF-W), sagte Bürgermeister Herbert. Ein solches Fahrzeug koste zirka 80 000 Euro und würde mit 28 000 Euro bezuschusst. Da das Fahrzeug Atemschutzausrüstung habe, müssten mindestens zwölf Atemschutzträger ausgebildet werden und mit einem neuen Pkw-Führerschein (Klasse B) dürfe es nicht gefahren werden, sprach das Gemeindeoberhaupt Nachteile an. Ein weiteres Problem sei die Einfahrt zum Gerätehaus, die wahrscheinlich baulich verändert werden müsste.

Feuerwehrkommandant und Gemeinderat Werner Herbert begründete den Wunsch nach einem TSF-W unter anderem mit dem Zeilitzheimer Schloss, in dem bei Veranstaltungen zahlreiche Besucher anzutreffen seien und das auch als Hotel diene. Bei einer Versammlung hätten sich spontan zehn Männer bereit erklärt eine Atemschutzausbildung zu absolvieren und zur Not könnten auch ältere, nicht mehr aktive Kameraden als Fahrer eingesetzt werden. Die Einfahrt des Feuerwehrhauses werde man in Eigenregie den Anforderungen anpassen, begegnete der Kommandant den aufgeworfenen Bedenken.

 

Fahrzeug mit Atemschutzgeräten

 

Bei einem Inneneingriff, wie es im Schloss notwendig werden könnte, sei schwerer Atemschutz notwendig, warb Kreisbrandinspektor Gottfried Schemm für ein besser ausgerüstetes Fahrzeug. „Wir, von der Kreisbrandinspektion, empfehlen der Gemeinde Kolitzheim für Zeilitzheim ein TSF-W zu kaufen“, appellierte er an den Gemeinderat. Später rechnete Schemm vor dass ein Fahrzeug aus Zeilitzheim innerhalb von vier Minuten vor Ort sein könnte, während die Gerolzhöfer Wehr zwölf Minuten benötigen würde.

 

Bei der folgenden, teils heftigen Diskussion ging vor allem Reinhard Heck darauf ein, was passieren könne, wenn die positiven Erwartungen des Kommandanten nicht einträten und im schlimmsten Fall das Fahrzeug nicht besetzt werden könnte. Atemschutzträger müssten sich Gesundheitsprüfungen unterziehen, somit könnten Bereitwillige ausfallen. Auch das Führerscheinproblem sei nicht so einfach zu lösen und beim Umbau am Feuerwehrhaus werde man auf Probleme stoßen. Weiter würden sich andere Ortsteile mit einfacheren Fahrzeugen benachteiligt fühlen.

 

Andere Anwesende sahen dies weniger dramatisch. Durch entsprechende Ausbildung sei es bereits heute möglich, dass Feuerwehrmänner aus den verschiedenen Gemeindeteilen sich gegenseitig aushelfen. Die größten Sorgen bereitete den Räten das Führerscheinproblem. Hier müsse etwas geschehen, man müsse Druck auf die Politik machen. Kreisbrandmeister Alexander Bönig (Unterspiesheim) sah dies nicht so eng. Personen, die ihren Führerschein vor dem 1. Januar 1999 erworben hätten, dürften auch ein TSF-W fahren und von denen seien noch eine ganze Menge aktiv, wie er auch in den Reihen der Zuhörer sehe.

 

Entscheidung noch offen

 

Im Lauf der ausführlichen Diskussion wurde immer wieder betont, wie wichtig es sei, dass die verschiedenen Ortsfeuerwehren zusammenarbeiten, was schon vielfach der Fall sei, und nicht konkurrieren. Mit dem Vorschlag Bürgermeister Herberts zeigten sich die Gemeinderäte dann einverstanden: Man wolle in Richtung TSF-W gehen. Vorerst werde man sich erkundigen und entsprechende Fahrzeuge ansehen. Die Zeilitzheimer Feuerwehrleute sollten sich in der Zwischenzeit mit den problematischen Themen wie Gesundheitsprüfung für Atemschutzträger und dem Führerscheinproblem beschäftigen.

 

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