Nicht alles muss der Bauhof erledigen

07.04.2016

Mainpost 07.04.2016

KOLITZHEIM

Nicht alles muss der Bauhof erledigen

Einmal im Jahr treffen sich die Bauhofleiter aller Gemeinden des Landkreises Schweinfurt, um sich fortzubilden, sich gegenseitig auszutauschen, zu diskutieren und Neues zu lernen.
Das 21. Treffen fand in diesem Jahr in Kolitzheim statt. Hier begann der Tag im gemeindlichen Bauhof, wo der Leiter des Planungsausschusses, Thomas Gerlach aus Niederwerrn, zirka 50 Teilnehmer begrüßen konnte.

Diesen Standort des Kolitzheimer Bauhofes, in dem zurzeit sechs Mitarbeiter beschäftigt sind, gebe es erst seit dem Jahr 2000, stellte der örtliche Bauhofleiter Georg Wieland seinen Arbeitsbereich vor. Der Bauhof sei gut ausgestattet, zeigte er sich zufrieden. Im Außenbereich seien allerdings noch einige Umbauten geplant, beispielsweise eine offene Halle.

Gerne nutzten dann die Teilnehmer die Gelegenheit sich in den Hallen und auf der Freifläche umzuschauen, Eindrücke zu sammeln und den Kolitzheimer Bauhof mit ihrem Arbeitsplatz vergleichen. Schon bald wurde dabei klar, dass es in den Gemeinden einige Unterschiede und damit auch andere Anforderungen gibt.

So ist beispielsweise der Winterdienst im tief gelegenen Kolitzheim mit einem eher kurzen Netz von Gemeindestraßen weit weniger arbeitsintensiv als in manchen anderen Kommunen. Gegenüber anderen Orten hat Kolitzheim im Verhältnis auch wenige Beschäftigte im Bauhof, dafür übernehmen Dienstleistungsfirmen so manche nötige Arbeit.

Arbeitsbesprechungen, Meinungsaustausch und berufliche Fortbildungen seien im Berufsleben sehr wichtig, zeigte sich der stellvertretende Bürgermeister Martin Mack überzeugt, der die Bauhofleiter anschließend im Sportheim begrüßte.

„Sie, die Bauhofmitarbeiter stehen draußen im wahrsten Sinne des Wortes in der Öffentlichkeit, wofür auch Fingerspitzengefühl beim Umgang mit den Menschen nötig ist“, so Mack. Der stellvertretende Bürgermeister stellte die Gemeinde Kolitzheim mit ihren acht Ortsteilen und den etwa 5500 Einwohnern vor. Detlef Petzuch vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aus Würzburg referierte über das neue Pflanzenschutzgesetz und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, wobei er besonders auf Flächen einging, die für die Allgemeinheit bestimmt sind.
Die Bestimmungen hätten sich verändert. „Wer Pflanzenschutz macht, muss fachkundig sein“, so Petzuch. Zum Beispiel seien wegen des Bienenschutzes in den vergangenen zwei Jahren eine Reihe von Pflanzenschutzmitteln verschwunden. So hätten auch die Gemeinden Probleme die Grünflächen, Wege, Plätze und Verkehrsflächen zu pflegen. In enger Abstimmung und nur in Ausnahmefällen dürften Herbizide eingesetzt werden.

Infos über Asphaltsanierung

Zur Pflege von Flächen dürften vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit akzeptierte Pflanzenschutzmittel verwendet werden, sagte er. Wege und versiegelte Flächen dagegen dürften, ohne Ausnahme, wegen der Gefährdung des Oberflächenwassers nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden, so der Experte. Hier müsste mit alternativen Verfahren gearbeitet werden, zum Beispiel mechanisch, mit der Hacke, oder thermisch, durch Abflammen.

Wie Theorie und Praxis miteinander verbunden werden können, erfuhren die Teilnehmer bei der Vorstellung verschiedener Firmen im Laufe des Tages. So zeigten einige Dienstleistungsfirmen ihre Möglichkeiten, bestimmte Arbeiten zu erledigen, die ein gemeindlicher Bauhof womöglich nicht leisten kann.

Bei einer weiteren Firma können Maschinen ausgeliehen werden und eine Handelsfirma stellte Baustoffe und Produkte zur Straßenreparatur vor. Auch über die richtige Sanierung von Asphalt konnten sich die Anwesenden informieren. Weiter wurde die Fachzeitschrift „Der Bauhofleiter“ vorgestellt.

Immer wieder während des Tages nutzten die Teilnehmer des Treffens die Gelegenheit zu Diskussionen und zum Meinungsaustausch ehe die Veranstaltung am Nachmittag zu Ende ging.

 

 

 

 

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