Notburga und Hans Dziemballa feiern Gnadenhochzeit

04.06.2020

Mainpot 04.06.2020

Gernach
Notburga und Hans Dziemballa feiern Gnadenhochzeit

Vor 70 Jahren, am 10. Juni 1950, gaben sich Hans Dziemballa und seine Frau Notburga, geborene Weis, in der St. Aegidius-Kirche in Gernach das Ja-Wort und können heuer Gnadenhochzeit feiern.  Beide erinnern sich noch genau an den Tag, an dem sie sich kennenlernten: es war am Abend des Weißen Sonntags von Notburgas Schwester Maria im Jahr 1947. "Am Sonntag Abend ging die Dorfjugend spazieren, man sang und unterhielt sich", erinnert sich Notburga, die in einem Geschäftshaushalt in Frankfurt beschäftigt war und nur zu Besuch am Wochenende in ihrem Heimatdorf Gernach weilte. "Es funkte sofort zwischen uns", berichten die beiden unisono.

 Hans, geboren am 21. Dezember 1923 in Krappitz in Oberschlesien, hatte sechs Geschwister, davon fünf Schwestern. Sein Bruder Georg ist im Krieg gefallen. 1942 wurde er zur Flak nach Breslau eingezogen, geriet 1943 in Tunesien in amerikanische Gefangenschaft. 1946 aus der Gefangenschaft entlassen, verdiente er zuerst in Hamburg seinen Lebensunterhalt, bis er nach Gernach kam, wohin seine Familie aus Oberschlesien geflohen war. Gleich trat er auch dem TSV Gernach bei. Als Torjäger bekannt war er über 20 Jahre aktiver Fußballer und half auch lange noch in der Zweiten Mannschaft aus. Deshalb wurde er im Jahr 2013 zum Ehrenmitglied ernannt.

Von 1948 bis 1982 war er bei der Firma Sachs in Schweinfurt tätig. Zunächst als Saalkehrer angestellt, brachte er es bis zum Einsteller. Nach der Arbeit half er kräftig in der Landwirtschaft der Schwiegereltern mit. Hans war fast 70 Jahre Mitglied in der IG Metall. Notburga und er sind auch Mitglied in der Eigenheimervereinigung Gernach.

Notburga ist die älteste von fünf Geschwistern. Sie wurde am 14. August 1928 geboren. Ein Bruder und zwei Schwestern sind bereits verstorben. Mit drei Jahren kam sie bis zu ihrem Eintritt in die Grundschule zur Oma nach Heidenfeld. Mit 14 besuchte sie in Gernach in die Haushaltungsschule, mit 15 die Frauen-Fachschule in Bad Königshofen. Nach erfolgreicher Ausbildung führte sie in Frankfurt einen Geschäftshaushalt mit sieben Personen: eine Leistung, auf die sie heute noch stolz ist.

Die Liebe hat gesiegt

Ihr Ziel, Diätassistentin zu werden, konnte sie nicht verwirklichen. Ihr Vater war im Krieg, als Älteste musste sie im Haushalt und in der Landwirtschaft mithelfen. Nach dem Krieg arbeitete Notburga im Lazarett in Volkach. Da sie mehrere Verwandte in den USA hatte, zog es Notburga nach Amerika.  Die Ausreiseformalitäten waren erledigt,  da begegnete ihr die große Liebe ihres Lebens  - Hans. "Es waren für mich schwere Wochen der Entscheidung", so die Jubilarin rückblickend, aber dann hat doch die Liebe gesiegt."

Nach der Heirat lebten die beiden einige Jahre im Elternhaus von Notburga,  1956 konnten sie ihr Eigenheim beziehen. Dem Paar wurden zwei Söhne geschenkt. Die ganze Zeit über arbeitete Notburga immer wieder mit. Sie ist treues Mitglied beim Frauenbund Gernach.

Zufrieden schauen die beiden auf ihr Leben zurück. "Wir haben uns immer noch gern", sagt Notburga rückblickend auf ihre Ehe. Die beiden Söhne, vier Enkelkinder und zwei Urenkel gratulieren dem Paar zum seltenen Fest der Gnadenhochzeit. 

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