Prozessionsbild gibt Rätsel auf

17.12.2015

Mainpost 17.12.2015

GERNACH

Prozessionsbild gibt Rätsel auf

Die Berufsgenossenschaft hatte ihr Kommen zur Kirche St. Aegidius in Gernach angekündigt. Deshalb haben Pfarrer Thomas Amrehn und Küster Michael Werner den Dachboden der Kirche genauer unter die Lupe genommen. Was sie fanden: ein Prozessionsbild, völlig verstaubt.

Nach der Reinigung wurde auf einer Seite das Bild der schmerzhaften Mutter Gottes sichtbar. Diese Seite ist gut erhalten. Auf der anderen Seite kam unter der Schmutzschicht das Bild vom Blutwunder in Walldürn zum Vorschein. Diese Seite ist ganz leicht, wie mit einem Vorhang übermalt. Es ist auch schlechter erhalten als die Seite mit der schmerzhaften Mutter Gottes.

Dieser Fund stellt viele Fragen: Wie kam dieses Bild auf den Dachboden der Gernacher Kirche? War es im Besitz der Gernacher Kirchengemeinde oder kam es von außerhalb? Gab es früher eine Wallfahrt von Gernach nach Walldürn ?

Das könnte man vermuten, warum sollte das Bild sonst das Blutwunder von Walldürn zeigen?

Auskunft darüber könnten die Kirchenbücher von Heidenfeld geben, denn Gernach war bis in die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts Pfarrfiliale von Heidenfeld. Wurde die ursprünglich für die Wallfahrt nach Walldürn gedachte Seite mit dem Blutwunder nach dem eventuellen Einschlafen der Wallfahrt von Gernach nach Walldürn mit dem zarten Vorhang übermalt, vielleicht in der Zeit um die Säkularisation (1803)? Diese Form der Umwidmung war üblich; so wäre es für die Wallfahrt von Gernach nach Dettelbach, die über lange Jahre lief, gut verwendbar gewesen – so eine Vermutung. Vielleicht gelingt es, das Rätsel dieses Prozessionsbildes zu lösen?

Hinweise nimmt das Pfarramt Unterspiesheim gerne entgegen unter Tel. (09723) 1433 oder Mail: pfarrei.unterspiesheim@bistum-wuerzburg.de

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