10.03.2006

Mainpost 10.3.2006

 

Puzzlespiel mit 1023 Hektar Fläche

 

Herlheim Rund um das Dorf, über die gesamte Gemarkung verteilt, befinden sich die 34 Flurstücke eines Herlheimer Landwirtes. Bei einer Gesamtfläche von 23 Hektar ist das größte Stück 1,3 Hektar und das kleinste 0,2 Hektar groß. Dies entspricht einer Durchschnittsfläche von 0,7 Hektar. Geht es nach den Wünschen dieses Grundstückseigentümers, so hat er ab kommenden Herbst nur noch vier Grundstücke. So oder ähnlich stellt sich die Situation für viele Herlheimer Landwirte dar.

 

Die Zusammenlegung wird durch das seit Anfang der 90er Jahre laufende Flurbereinigungsverfahren möglich. Dieses ist jetzt bei einem sehr wichtigen Verfahrensabschnitt angelangt, den so genannten Wunschterminen. Nachdem die 180 Grundstücksbesitzer im vergangenen Herbst ihre Wünsche schriftlich äußern konnten, wird nun in Gesprächen versucht auf diese, soweit möglich einzugehen. Dabei besprechen der Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft, Hilmar Volkamer, und sein Kollege Jürgen Hönninger im Beisein eines örtlichen Vorstandsmitgliedes mit den Teilnehmern auch Möglichkeiten für die Abfindung.

Entscheidend hierfür sind die eingebrachten Grundstücke. So wird die Nutzungsart berücksichtigt. Der Eigentümer einer Wiese muss auch wieder eine solche nehmen. Feuchte Flächen müssen ebenfalls durch solche ausgeglichen werden. Weiter sind bestimmte Lagen und Bodenarten, die Bonität und unter Umständen ungünstige Grundstücksformen die Faktoren, die berücksichtigt werden müssen. Zu diesem Zweck wurde für jeden Besitzstand eine Karte gefertigt, auf der dessen Grundstücke farbig angelegt sind. Der Wert der einzelnen Flächen ergibt sich aus der Wert-Ermittlung, die in den vergangenen beiden Jahren bei Grabungen auf den zirka 1600 Feldern festgestellt wurde.

Die künftige Landabfindung soll bis auf plus beziehungsweise minus fünf Prozent an den Durchschnittswert der eingelegten Grundstücke herankommen. So kann vermieden werden, dass ein Eigentümer viel mehr oder weniger Fläche hat als vorher.

Die neu zu ordnende Fläche beträgt insgesamt 1023 Hektar. Da durch Wegebau und Ausgleichsflächen Land verloren geht, muss jeder Beteiligte an der Neuordnung einen Landabzug von 1,7 Prozent in Kauf nehmen, so Vorsitzender Volkamer. Es werde versucht, die gemeinsam erarbeiteten Vorschläge zu realisieren, betont der Vorsitzende. Ein Versprechen sei dies allerdings nicht, da der letzte Gesprächspartner das gleiche Recht haben muss wie der erste.

Nach der Anhörung wird im Büro der Flurbereinigungsbehörde der Neuverteilungs-Entwurf ähnlich einem Puzzle erstellt. Bei größeren Abweichungen zu dem Besprochenen werden mit den betroffenen Grundstücksbesitzern nochmals Verhandlungen geführt.

Geplant ist die Absteckung und Abmarkung der neuen Grundstücke für den Herbst dieses Jahres. Wenn alles planmäßig läuft können die Herlheimer Landwirte ab diesem Zeitpunkt ihre neuen großen Flächen bearbeiten.

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