Rektor Erben rät zur Vorsicht

28.09.2006

Mainpost 28.9.2006

 

Rektor Erben rät zur Vorsicht

 

KOLITZHEIM In den vergangenen drei Jahren konnten wegen der zurückgehenden Schülerzahlen anstatt drei jeweils nur noch zwei erste Klassen gebildet werden. Aus diesem Grunde gibt es im Augenblick an den drei Grundschulstandorten Herlheim, Zeilitzheim und Stammheim der Gemeinde Kolitzheim nur noch je drei Grundschulklassen.

 

Da sich der Trend der abnehmenden Schülerzahlen fortsetze, müsse im Laufe der nächsten Wochen eine Entscheidung gefällt werden, ob und welches Schulhaus ab dem nächsten Schuljahr geschlossen werde, sagte Bürgermeister Horst Herbert in der Gemeinderatssitzung.

An ungewohntem Ort

Der erste Teil der Sitzung fand an ungewohntem Ort, in den drei Standorten der Grundschule statt, wo sich die Gemeinderäte ein Bild des jeweiligen Hauses machten. Hier konnte das Gemeindeoberhaupt auch Rektor Manfred Erben und die stellvertretende Schulleiterin begrüßen. Mehrere Faktoren, wie Zustand des Hauses, Schülerentwicklung und Verwertungsmöglichkeiten müssten bei der Entscheidung berücksichtigt werde, so Herbert.

Da alles vorbildlich laufe, würde er gerne den Ist-Zustand erhalten, sagte Rektor Manfred Erben. Seine Stellvertreterin Hildegard Hermann machte darauf aufmerksam, dass nach dem neuen Lehrplan, mit offenem Unterricht mehr Raum benötigt werde. Es seien Ausweichmöglichkeiten nötig.

Bei dieser Art des Unterrichts erhielten die Kinder Aufgaben, einen Wochenpan, die sie innerhalb dieser Zeit bearbeiten sollten, womit die Selbstständigkeit gefördert werde, erklärte sie.

So soll nach den Vorstellungen der Konrektorin eine Lernwerkstatt eingerichtet werden. In ihr werden dann Lehrmedien wie zum Beispiel Computer und Bücher zur Verfügung stehen und die Kinder könnten lesen und experimentieren.

Als sehr schönes Haus mit guter Bausubstanz bezeichnete Rektor Erben das Zeilitzheimer Schulhaus. Neben den vier Klassenzimmern gebe es noch einen Allzweck- und einen Werkraum Weiter stehe ein Top-Turnraum und eine schöner Pausenhof zur Verfügung. Ideal sei auch der nebenan liegende Sportplatz. Auf dem Platz vor dem Gebäude sei die Einzeichnung eines Verkehrsübungsplatzes geplant, damit die Kinder nicht mehr nach Gerolzhofen gefahren werden müssten.

Vorteil im Herlheimer Haus sei, dass sich hier das großzügige Rektorat befinde. Weiter sei das Haus voll unterkellert und somit gebe es sehr viel Stauraum. Neben den vier Klassenzimmern gibt es noch einen Werkraum und eine Sporthalle, die allerdings sehr laut sei, berichtete Erben. Vor dem Haus befindet sich der große Pausenhof und dahinter eine Grünfläche, die aber kaum genutzt werde.

Positiv beim Stammheimer Schulhaus ist die Nähe zum Kindergarten. Es ist in relativ gutem Zustand, hat einen sehr schönen Pausenhof und sei als einziges Haus auch für Rollstuhlfahrer geeignet, so Rektor Erben. Neben den vier Klassenzimmern gibt es hier eine Sporthalle, die in besserem Zustand sei als die in Herlheim.

Viele Gesichtspunkte für und gegen die Schließung eines Hauses wurden im Laufe der Schulbesichtigungen angesprochen. Erhöhter Platzbedarf sei auch durch den parallel laufenden katholischen und evangelischen Religionsunterricht nötig, wurde weiter klar.

Ganztagsschule als Lösung?

Rektor Erben riet zur Vorsicht, da es vielleicht später wieder mehr Kinder gebe und Hildegard Hermann machte den Vorschlag eine Ganztagsschule in Erwägung zu ziehen. Ideal für das Lehrpersonal bei einem Wechsel zwischen den Schulstunden sei der kurze Weg zwischen Herlheim und Zeilitzheim, meinte der Schulleiter.

Zusätzliche Räume ständen bei Bedarf auch an der Hauptschule in Unterspiesheim zur Verfügung, die zumindest mittelfristig erhalten bliebe, erwiderte Bürgermeister Herbert auf die Platzbedarfseinwürfe. Weiter informierte er auch, dass die Betriebskosten eines Schulhauses 20 000 Euro betragen, die mit einer Schließung eingespart werden könnten.

Vor einer endgültigen Entscheidung über dieses Thema im Gemeinderat werde er mit dem noch zu wählenden Elternbeirat sprechen, so Horst Herbert.

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