Rundgang zu den Unterspiesheimer Marterle

04.06.2019

Mainpost 04.06.2019

 

Unterspiesheim

Rundgang zu den Unterspiesheimer Marterle

napp 30 Personen waren der Einladung des Sachausschusses Jugend und Familie des Pfarrgemeinderats Unterspiesheim gefolgt und lernten bei einer Wanderung durch die Unterspiesheimer Flur und den Ort Bildstöcke und Marterle im Gemeindegebiet kennen. Die Idee dazu hatte Michael Bürger, Mitglied im Sachausschuss Jugend und Familie. Die erstaunliche Zahl von 23 dieser Zeugnisse der religiösen Kultur der Unterspiesheimer Bevölkerung aus Vergangenheit und auch aus der Gegenwart, wie das Standbild von Grußmutter, Mutter und Kind am Platz der Generationen zeigt, gibt es in Unterspiesheim.

Acht dieser Kulturdenkmäler erklärten Pastoralreferent Stephan Heining und Alexandra Göbel, Schriftführerin im Sachausschuss Jugend und Familie, den Kindern und Erwachsenen, die sich für diese Wanderung am Platz der Generationen in Unterspiesheim getroffen hatten. Die Besonderheit des Standbildes "Drei Generationen" hob Stephan Heining hervor: Sonst werden häufig Männer abgebildet, hier hatte der Künstler Ewald Markert aus Lindach drei Frauen dargestellt, die das Miteinander der Generationen versinnbildlichen.

Ein Stück Weg war es dann doch bis zur Mutter Gottes am Waldrand der "Gehaid", quer durch das Firmengelände der Firma Gleitsmann. Die Marienfigur dort zeigt Maria als Königin, die Mondsichel zu ihren Füßen. Die Mondsichel soll die Bedeutung Mariens für die Erlösung verdeutlichen, so Stephan Heining. 1863 wurde diese Statue errichtet.   Aus dem 16 oder 17. Jahrhundert stammt das Sandstein-Marterle an der Grettstadter Straße, das Jesus am Kreuz zeigt, zu seinen Füßen sein Lieblingsjünger Johannes und seine Mutter Maria.

Bei einigen der besuchten Standbilder und Marterle äußerten die Besucher den Wunsch, dass sie bald restauriert werden, weil sonst ihr Verfall schnell weitergeht. Dieser Wunsch war besonders deutlich am Standbild der heiligen Dreifaltigkeit in den Wirtsäckern. Dieses Marterle, 1840 errichtet, zeigt den Heiligen Geist in Gestalt einer Taube, Gott Sohn mit dem Kreuz der Auferstehung und Gott Vater als weisen alten Mann. 1743 wurde das Standbild des Heiligen Sebastian errichtet, an der Hauptstraße, kurz nach der Kurve Richtung Kreisverkehr. Aus dem Jahr 1743 stammt das Standbild des Heiligen Nepomuk, ebenfalls an der Hauptstraße. Etwas versteckt an der Einmündung der Straße nach Oberspiesheim auf der linken Seite die Reliefdarstellung der Kreuzigung aus dem Jahr 1670.

Das älteste Standbild in Unterspiesheim steht am Lachenbrunnenweg, nahe am Kreisverkehr. Es war ursprünglich aus einem Stein erstellt. Es zeigt ebenfalls eine Kreuzigungsdarstellung und wurde im Jahr 1621 errichtet. Hier endete der Rundgang zu den Standbildern.

Unterwegs gab es geistliche Impulse, man sang gemeinsam ein Marienlied. Am Spielplatz in der neuen Siedlung  warteten zum Abschluss kühles Wasser und heißer Kaffee, herzhafte und süße Leckereien auf die Teilnehmer. 

 

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