Singend durch den fernen Orient

30.01.2007

Mainpost 30.1.2007

 

Singend durch den fernen Orient

 

ZEILITZHEIM Fünf Stunden lang begeisterten die Akteure beim Fasching der Kolpingfamilie im katholischen Pfarrzentrum das Publikum mit einem humorvollen und abwechslungsreichen Programm. Nach heftigem Applaus und Zurufen mussten sie häufig den Forderungen des Publikums nach einer Zugabe nachkommen.

 

 

Gekonnt führte die Zeilitzheimer Jugend durch den Abend und die Heiligenberg-Musikanten unter Leitung von Guido Niedermeyer und Stefan Braun sorgten für die passende Stimmungsmusik und animierten in den Zwischenpausen das Publikum zum Schunkeln.

Die Lacher auf ihrer Seite hatten die Büttenredner und die Darsteller der Sketche. So klagte Annika Koch über die Tatsache, dass sie als Mädchen auf die Welt kam, freundete sich dann aber immer mehr damit an. Beim Klassentreffen nach zehn Jahren erzählten die „Gören“ so manches Erstaunliche über ihren Werdegang und ihre Erlebnisse. Der Apotheker pries seine Wissenspillen an, der Professor wusste als sechsjähriges Wunderkind schon genauso viel wie in der Gegenwart und zwei Vertreter erzählten ihre Erlebnisse beim Verkauf von Staubsaugern in kleinen Dörfern ohne Strom und Kühlschränken an die Eskimos.

Über Frust und Lust beim Tanzkurs bis hin zum Gebrauch von Juckpulver für die Tanzpartnerin beim Abschlussball erzählte Andreas Fuchs. Nicht immer führt forsches und freches Vorgehen bei der Suche nach einer Frau fürs Leben zum Erfolg, erfuhr ein schüchterner Junggeselle, dessen Freund ihm dies bei zwei jungen Damen beweisen wollte.

Drohung zu singen

Dieser Hut ist der schönste, fand eine Kundin und kaufte trotz reichlicher Auswahl zur Freude ihres Ehemannes und zum Frust der Verkäuferin ihre alte mitgebrachte Kopfbedeckung. Von seiner Karriere als Chor-, Schlager-, Oper- und Kammersänger erzählte Helmut Krines, verstand es aber erfolgreich und listig sein Können nicht zu beweisen, ja, er drohte damit, wirklich zu singen.

Matthias Braun erzählte von seinem Kampf um Schnäppchen bei Aldi. Nach Erbeuten von fünf Teleskop-Heckenscheren muss er sich nun eine Hecke zulegen. Auch ohne Worte kann man das Publikum zu Lachstürmen hinreißen. Das bewiesen die Leute von „Duftig“, als sie es verstanden, mit heruntergelassener Hose und ohne die Hände zu benutzen Klavier zu spielen.

Zu jeder Faschingssitzung gehören Tanzeinlagen und auch diese gab es reichlich. Zur passenden Musik und in fantasievollen Kostümen bewiesen die verschiedenen Tanzgruppen ihr Können. Als Cow-Girls and Cow-Boys präsentierte sich die „Purzelgarde“, die jüngsten Mitwirkenden, teilweise noch im Kindergartenalter. Die etwas älteren „Strandpiraten“ bezauberten mit einem Schleiertanz das Publikum. Sehr gekonnt war der Auftritt der Garde des Sportclubs, die nach bekannten Ohrwürmern die Beine schwangen und später mit einem Schautanz die Zuschauer in den Urlaub ins Strandhotel versetzten.

Viel Tanz

Als coole Jungs im Disco-Fieber präsentierte sich das Männerballett und Tanzmariechen Marina Euler (Idee und Choreographie Andrea Bätz) bot eine perfekte temperamentvolle Darbietung. Höhepunkt vor der Pause war der Auftritt der singenden Bodyguards. So jedes Bayern, Deutschland und die Welt bewegende Problem des letzten Jahres wurde aufgegriffen. Stoiber und Pauli, Merkel, Schröder und Glos wurden ebenso aufs Korn genommen wie der ständige Wechsel in der SPD-Führung und Reformen wie die der Rente und Lockerung des Kündigungsschutzes.

Weltmeisterschaften in Sachen Fußball und Formel 1, Doping, Siemens und BENQ, Problembär Bruno, Gammelfleisch und Klimawandel fehlten ebenso wenig im Programm wie die Wahl von Schrottstars mit Dieter. Beim großen Finale versetzte der Kolpingchor, gekleidet in fantasievollen Gewändern, einen staunenden Besucher und die Zuschauer singend in den Orient, in die Welt von 1001 Nacht.

Im Harem konnte sich der „richtige“ Mann kaum der Haremsdamen erwehren, ebenso den tollen Angeboten auf dem Basar. Auch ein Sultan hat trotz reicher Schätze Sorgen und für einen Fakir ist das Leben ebenfalls nicht einfach, erfuhr der gestresste Besucher. Er war heilfroh, als er nach einer problematischen Heimreise mit Hindernissen wieder zu Hause in Zeilitzheim war.

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