Spargelprinzessin Carolin sagt Ade

04.05.2006

Mainpost 4.5.2006

 

Spargelprinzessin Carolin sagt Ade

 

Gernach Mehrere Höhepunkte hatte der Festakt zur Gründung der Gemeinde Kolitzheim, der in diesem Jahr in Gernach gefeiert wurde: Die Urkunde zur Partnerschaft mit der ehemaligen 5. Kompanie des schweren Pionierbataillons 861 wurde vom ehemaligen Kompaniechef, Thorsten Stephan und Bürgermeister Horst Herbert unterzeichnet und die Kolitzheimer Spargelprinzessin Carolin Bumm wurde nach fünfjähriger Amtszeit verabschiedet

 

Ein Höhepunkt war natürlich auch das Aufstellen des Maibaums durch die Gernacher Jugendlichen am Dorfplatz.

3. Bürgermeister Martin Mack hatte die Gäste begrüßt und an das Jahr 1978 erinnert, in der die ehemals selbstständigen Gemeinden Gernach, Herlheim, Kolitzheim, Lindach, Oberspiesheim, Stammheim, Unterspiesheim und Zeilitzheim sich zur Gemeinde Kolitzheim zusammenschlossen.

Viele Schwierigkeiten seien zu überwinden gewesen, und es sei auch immer noch eine Herausforderung, den Zusammenhalt der Gemeinden zu fördern. Martin Mack hob die Wichtigkeit der Vereine hervor; ihre Tätigkeit mache die Gemeinde erst lebendig.

Mit besonderer Freude begrüßte Martin Mack die neu gewählte Fränkische Weinkönigin Jennifer Herbert aus Zeilitzheim und ihre Begleiterinnen, die Weinprinzessinnen Sabine Wiederer aus Lindach, Johanna Mößlein aus Zeilitzheim und Carolin Hering aus Stammheim. Sein besonderer Gruß galt der scheidenden Spargelprinzessin Carolin Bumm aus Kolitzheim. Martin Mack bedankte sich auch bei dem Vorsitzenden des TSV Gernach und seinen Helferinnen und Helfern für die Unterstützung bei der Durchführung des Festaktes sowie bei der Musikkapelle Gernach und ihrem Dirigenten Alfred Glos für die musikalische Umrahmung des Gemeindefestes.

Wohnwert der Gemeinde

Bürgermeister Horst Herbert blickte zurück auf die 28 Jahre seit der Gründung der Großgemeinde. Vieles sei in dieser Zeit geschaffen worden, das den "Wohnwert in unserer Gemeinde mitbestimmt und ein Stück Lebensqualität ausmacht". Er erinnerte aber auch daran, dass wir in einer Zeit des Umbruchs leben "in gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht".

Der Geburtenrückgang zwinge dazu, Kindergärten und Schulen aufgeben zu müssen, man könne nicht mehr in jedem Gemeindeteil alle Einrichtungen und Strukturen vorhalten.

Die erhöhte Forderung nach Flexibilität am Arbeitsplatz lasse manche junge Familie zögern, sich ein Haus zu bauen, das habe Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben in den Dörfern. Horst Herbert forderte: "Auf Länderebene muss die Bevorzugung von Großstädten aufgegeben werden. Die Menschen, die auf dem Land wohnen und das sind in Bayern rund zwei Drittel der Bevölkerung haben Anspruch auf gleichwertige Lebensbedingungen."

Mit besonderer Freude begrüßte der Bürgermeister einige Vertreter der ehemaligen 5. Kompanie des Schweren Pionierbataillons 861, an ihrer Spitze den ehemaligen Chef dieser Kompanie, Hauptmann Thorsten Stephan. Man sei eine Partnerschaft mit dieser Kompanie eingegangen, nachdem feststand, dass die Einheit im Frühjahr 2006 aufgelöst werde.

Hauptmann Thorsten Stephan betonte in seiner kurzen Dankesansprache, dass er seitens der Gemeinde stets Unterstützung erfahren habe, und dass es schade sei, dass durch die Umstrukturierung die Partnerschaft nicht in der gewünschten Form weitergeführt werden könne.

Botschafterin des Spargels

2. Bürgermeister Rudi Bender oblag es, die Spargelprinzessin Carolin Bumm aus Kolitzheim nach fünfjähriger Amtszeit zu verabschieden. Nach ihrer Wahl am 20. April 2001 habe sie schon bis zum Jahr 2004 mehr als 200 Termine in Sachen Spargel wahrgenommen eine großartige Leistung. Schon damals habe es in der Gemeinde 25 Hektar Spargelanbaufläche gegeben. Diese Fläche sei heute noch größer, und darin sei damals auch die Rechtfertigung gelegen, eine Spargelprinzessin zu küren, damit diese den Spargel bekannt machen würde, auch über die Gemeindegrenzen hinaus. "Du warst die personifizierte Botschafterin für den Spargel" rief er der scheidenden Spargelprinzessin zum Abschied zu.

Auch Alexander von Halem, Vorsitzender des Vereins "Fränkisches Wein- und Kulturland" bedankte sich bei Carolin Bumm für ihren Einsatz als Spargelprinzessin. Sie sei hartnäckig gewesen in ihrem Einsatz für den Spargel, und er freue sich, dass sie im FWK als Schriftführerin weiter aktiv sei.

Carolin Bumm bedankte sich bei allen, die sie in der vergangenen Zeit unterstützt haben, vor allem bei ihren Eltern, bei der Gemeinde, beim FWK, und bei den Spargelbauern. Für sie sei diese Zeit ein "voller Erfolg" gewesen, und sie schaue gern auf die vergangenen fünf Jahre zurück.

Die neu gekürte Fränkische Weinkönigin Jennifer Herbert erinnerte daran, dass der Maibaum ursprünglich ein Symbol für Männlichkeit gewesen sei, jetzt aber an den Frühling erinnere, und man sich in allen Gemeinden um den Maibaum versammle. Sie erinnerte daran, dass Wein und Spargel sehr eng zusammengehörten, und dass man beides zusammen sehr gut genießen könne.

Mit der gemeinsam gesungenen Bayernhymne und dem Deutschlandlied endete der offizielle Teil des Gemeindefestes, aber die Gäste blieben noch einige Zeit sitzen, obwohl es recht frisch war. Das wärmende Feuer unter dem Maibaum ließ aber noch manchen Gast länger bleiben und die Geselligkeit pflegen.

Zu den News