Umfeld des Feuerwehrhauses neu gestalten

23.11.2018

Mainpost 23.11.2018

 

Kolitzheim

Umfeld des Feuerwehrhauses neu gestalten

Die Vorstellung der neuen Regionalmanagerin der Region Main-Steigerwald, Carina Hein, zwei Bebauungspläne und die Reinigung der Straßen und der Gehwege waren die Themen der Gemeinderatssitzung.

Regionalmanagerin Carina Hein sieht ihre Hauptaufgaben in der Weiterentwicklung des Hochwasserkonzeptes und des Bewässerungskonzeptes. Sie ist die Schnittstelle zwischen den Bürgermeistern der an der interkommunalen Allianz beteiligten Gemeinden, den Ingenieurbüros und dem Wasserwirtschaftsamt. Bürgermeister Horst Herbert betonte, dass vor allem diese beiden Konzepte für die Gemeinde Kolitzheim von Wichtigkeit seien. Er erinnerte an die Hochwasserschäden durch die Volkach vor einigen Jahren. Die zunehmende Trockenheit in den Sommermonaten lasse gerade die Wasserversorgung für Sonderkulturen wie Wein, Spargel, Obst zu einem immer drängenderen Problem werden.

Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin Gudrun Rentsch und ihre Kollegin Anja Hein vom Architekturbüro Arc.Grün aus Kitzingen stellten den aufgrund der Einwendungen verschiedener Behörden geänderten Bebauungsplan vor. Bürgermeister Horst Herbert und Dominik Dorsch, zuständig unter anderem für die Bauleitplanung, hatten zuvor die Gründe für die Verzögerung benannt: die "eingetragenen Bodendenkmäler", wie die Bodenfunde offiziell heißen, machten qualifizierte Untersuchungen nötig, die das Bayerische Amt für Denkmalpflege verlangte.

205 Befunde wurden festgestellt, die Firma Specht aus Schwebheim war mit den nötigen Ausgrabungen beauftragt. Die Gesamtkosten für diese Denkmalschutzaufgaben: etwa 60.000 Euro. Inzwischen ist das Geländer wieder verfüllt. Vor allem vom Landratsamt, der Regierung und dem Regionalen Planungsverband wird der Bedarf an weiterem Bauland in Zweifel gestellt. Das Amt für ländliche Entwicklung habe vorgebracht, dass mit dem Ausweis neuer Baugebiete die innerörtliche Dorferneuerung konterkariert werde.

Bürgermeister Horst Herbert machte darauf aufmerksam, dass die neue Bayerische Staatsregierung gerade den Wohnungsbau im ländlichen Bereich als besonders notwendig bezeichnet habe. Das Architekturbüro habe wesentliche Gesichtspunkte gefunden, die die Argumentation der Ämter entkräften könnten. Im Altort und Ortskern von Kolitzheim seien keine Grundstücke auf dem Markt und kaum Leerstände zu verzeichnen, stellt das Architekturbüro fest.

Dem Argument, dass landwirtschaftliche Nutzflächen durch den Ausweis neuen Baulandes verlorengehen begegnete man, indem man die Wohnbauflächen im Flächennutzungsplan am nordwestlichen Siedlungsrand von Kolitzheim (Nähe Rathaus) zurückgenommen hat und "produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen" veranlasst hat. Darunter versteht man "Bewirtschaftungs- und Pflegemaßnahmen, die einer dauerhaften Aufwertung des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes dienen". So wurden Streuobstwiesen, landwirtschaftliche Hecken und Blühstreifen eingeplant, der Schönungsteich wird, durch die Schilfbepflanzung und naturnahe Böschungslinien aufgewertet, eine artenreiche Wiese mit Bauminseln und Hecken vorgesehen, der Gewässersaum des Mittelbaches wird geschützt und erweitert.

Der vorgesehene Spielplatz entfällt. Darüber hinaus werden zum Schutz der Brutvogelarten, die vor allem im Bereich der ehemaligen Kläranlage angesiedelt sind, zeitliche Beschränkungen baulicher Maßnahmen vorgesehen, und die Vögel müssen eine "Umzugsmöglichkeit" in Nist- oder Quartierkästen im Vorfeld bekommen. Die Tankstelle und der Waschplatz für landwirtschaftliche Fahrzeuge sollen erhalten bleiben.

Problem Entwässerung

Der Dritte Problembereich: die Entwässerung. Das Ingenieubüro Müller hatte aufgezeigt, dass die Einführung des Trennsystems nicht möglich ist. Als Ersatzmaßnahme wird die erweiterte Mischwasserbehandlung vorgeschlagen. Die ehemaligen Klärteiche werden zu Rückhaltebecken vor der Einleitung in den Graben umfunktioniert. Dazu müssen sie aufgefüllt werden. Bei starken Regenfällen sind diese Teiche dann aufgrund der großen Wassermenge nur gering verunreinigt.

Dem Einwand, dass sich zwei Bebauungspläne überschneiden wurde mit der Namensergänzung "Bebauungsplan Am Ausweg mit 9. Änderung des Bebauungsplans Östlicher Felsenkeller" abgeholfen. Das Gremium stimmte den Änderungen einhellig zu. Nun folgt die öffentliche Auslegung.

Die Neufassung der Straßenreinigungsverordnung wurde geändert: die Straßen müssen nun nicht mehr vor jedem Sonn- und Feiertag gereinigt werden, sondern "bei Bedarf". Tausalz, so eine weitere Neuerung, sollte nur "bei besonderer Gefahr" eingesetzt werden, sonst sollte man "abstumpfende Mittel" verwenden. Was als "besondere Gefahr" anzusehen ist, wird nicht genauer erläutert. Die Frage, welche Gehsteige zur "geschlossenen Ortslage" gehören, blieb im Gespräch noch offen.

Der Bürgermeister informierte, dass die Gemeinde Röthlein Abstand genommen habe vom Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Gernach und Hirschfeld. Sie werde nur ausgebessert. Das Parken schwerer Lastwagen am Radweg beim Tegut-Geschäft in Unterspiesheim wurde moniert. Man befürchtet Schäden des Gehwegs. Reinhard Heck informierte, dass die Akazie am Feuerwehrhaus in Gernach den Wassereinlass beeinträchtige. Daher plädierte er für die Beseitigung des Baumes. Diese Gegebenheit könne man nutzen, das Umfeld des dort am Feuerwehrhaus befindlichen Marterles neu zu gestalten. Er gab auch bekannt, dass es einen Sponsor gebe, der erklärt habe, sich an den Kosten der Umgestaltung zu beteiligen.

 

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