Vollsperrung zwischen Alitzheim und Herlheim ab dem 20. Juli

17.07.2020

Mainpost 17.07.2020

Alitzheim / Herlheim

Vollsperrung zwischen Alitzheim und Herlheim ab dem 20. Juli

 

Der Ausbau der Kreisstraße SW 40 mit dem Neubau eines Radwegs beginnt in den kommenden Tagen. Das Projekt wird von einigen besonderen Umständen begleitet.

Jetzt kann es losgehen: Die langwierigen Planungen zum Ausbau der Kreisstraße SW 40  münden am Montag, 20. Juli, in den Beginn der Bauarbeiten auf dem Streckenabschnitt zwischen Alitzheim (Gemeinde Sulzheim) und Herlheim (Gemeinde Kolitzheim). Der symbolische Spatenstich Anfang dieser Woche markierte den Auftakt der Baumaßnahmen, die voraussichtlich bis Ende November 2020 dauern werden. Bis dahin wird die Verbindungsstraße komplett gesperrt, Autofahrer müssen den Bauabschnitt weitläufig umfahren. Die Umleitung erfolgt nach Auskunft des Landratsamts Schweinfurt über Gerolzhofen/Brünnstadt, was einen Umweg von etwa acht Kilometern entspricht.

Florian Töpper, Landrat des Landkreises Schweinfurt, bezeichnete das Projekt bei der symbolischen Freigabe am Montag,  13. Juli, als "eine bedeutende Baumaßnahme für die Gemeinden Sulzheim und Kolitzheim". Der Ausbau der Strecke sei der Verkehrssicherheit zwischen den Ortschaften Alitzheim und Herlheim geschuldet, mit der Verbreiterung der Straße auf sechs Meter soll die Situation im Begegnungsverkehr verbessert werden, insbesondere mit Blick auf landwirtschaftliche Fahrzeuge, die zunehmend größer werden.

Neuaufbau auf einer Streckenlänge von 2715 Metern

Die Kreisstraße, die aktuell je nach Abschnitt nur zwischen fünf und fünfeinhalb Metern breit ist, wird auf einer Streckenlänge von 2715 Metern von unten neu aufgebaut und verbreitert. Links der Fahrbahn (aus Blickrichtung Alitzheim) entsteht außerdem ein neuer Radweg von 1890 Metern Länge. Für den Ausbau der Kreisstraße hat der Landkreis Schweinfurt Kosten von 1,4 Millionen Euro angesetzt, laut Landrat Töpper sind 560 000 Euro Förderung in Aussicht gestellt. Für den Radweg nehmen die beiden Gemeinden Sulzheim und Kolitzheim zusammen 331 000 Euro in die Hand. Die Freigabe der Kreisstraße und des Radwegs ist laut Töpper im November dieses Jahres vorgesehen.

Wie Sulzheims 2. Bürgermeister Albrecht Dazer am Montag erläuterte, waren "viele Dinge im Vorfeld zu klären". Neben vielen planerischen Fragen und den Verhandlungen zum Grundstückserwerb musste unter anderem dem Naturschutz Rechnung getragen werden. Der Bereich um die Kreisstraße ist nämlich auch Lebensraum der geschützten Zauneidechse, die von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde zum "Reptil des Jahres 2020" gewählt wurde. Deswegen habe man Ersatzhabitate für die Tierchen gesucht und gefunden, die Eidechsen konnten erfolgreich umgesiedelt werden, wie Dazer erklärte.

Eine Firma für Kampfmittelbergung begleitet die Baumaßnahme

Aber auch während der nun anstehenden Bauarbeiten gibt es eine Besonderheit bei der Baumaßnahme: Das Projekt wird von einer Firma begleitet, die für Kampfmittelbeseitigung zuständig ist. Denn während des Zweiten Weltkriegs fanden im Bereich von Alitzheim heftige Kampfhandlungen statt. Alexander Heinle, technischer Leiter Kampfmittelbergung  bei der Firma Geomer (Augsburg), rechnet damit, dass in dem Gebiet sowohl Bomben als auch Munition/Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg zu finden sind. Dies stelle eine zusätzliche Hürde bei der Baumaßnahme dar, da diese Kampfmittel bei einem entsprechenden Fund aufwändig und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen beseitigt werden müssten. 

Wie Kolitzheims 2. Bürgermeisterin Katharina Graf erklärt, rühre diese besondere Situation daher, dass es in der Nähe den Flugplatz Herleshof gibt (eigentlich Fliegerhorst Gerolzhofen, zwischen Kolitzheim, Herlheim und Zeilitzheim). Am damaligen Bahnhof in Alitzheim wurden laut Katharina Graf zur Versorgung des Flugplatzes Benzin und Waffen verladen. Deswegen griffen die Alliierten diese Versorgungslinie an. Die Augsburger Firma Geomer wird nun während der jetzt anstehenden Bauarbeiten die Seitenstreifen im Umfeld der Kreisstraße auf Überbleibsel aus diesen Kampfhandlungen untersuchen.

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