Vorberatung des Vermögenshaushaltes: Große Aufgaben

20.03.2019

Mainpost 20.03.2019

KOLITZHEIM

Vorberatung des Vermögenshaushaltes: Große Aufgaben

Zur Vorberatung des Vermögenshaushaltes der Gemeinde Kolitzheim traf sich der Haupt-und Finanzausschuss. Kämmerer Werner Knoblach stellte den Vermögenshaushalt vor. Der Haushalt der Kommunen ist in einen Verwaltungs- und Vermögenshaushalt unterteilt. Letzterer enthält alle Ausgaben, die das Vermögen erhöhen, also zum Beispiel Investitionen in Gebäude oder Kredittilgungen und Einnahmen, die entweder das Vermögen verringern (Erlös aus Verkäufen) oder zweckgebundene Zuschüsse zum Beispiel vom Land oder vom Bund.

Die Gesamtsumme für den Vermögenshaushalt beträgt etwa 10,3 Millionen, so Bürgermeister Horst Herbert in seiner Stellungnahme. Die bevorstehenden großen Investitionen werden die Rücklagen in den nächsten Jahren aufzehren, sodass für das Jahr 2021 eine Kreditaufnahme in Höhe von 3 Millionen Euro geplant ist. Ob und in welcher Höhe tatsächlich ein Kredit aufgenommen werden muss, ist noch nicht genau zu benennen, da die großen Baumaßnahmen – Feuerwehrhaus Unterspiesheim, Schulhausbau, Bau des Kindergartens in Unterspiesheim, Zuschüsse für die Kirchenrenovierungen, Ausgaben für die Erschließung von Baugebieten – noch nicht exakt angesetzt werden können.

Die Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt ist mit etwa 1, 4 Millionen Euro vorgesehen. So sind für den Aufzug im Kolitzheimer Rathaus 100 000 Euro eingestellt. In welcher Form er realisiert wird, wird noch entschieden. Für das Feuerwehrhaus in Kolitzheim sind 10 000 Euro für Planungskosten angesetzt, für den Neubau werden voraussichtlich 800 000 Euro fällig.

Glasfaseranschluss und Kirchenrenovierungen

Für den Neubau des Feuerwehrhauses in Unterspiesheim sind 2,5 Millionen Euro geplant, die Förderung durch das Land beläuft sich auf etwa 187 000 Euro. Da in der Grundschule im kommenden Jahr zwei Gruppen für Ganztagsbetreuung zu berücksichtigen sind, werden Umbaumaßnahmen notwendig. Wie die aussehen sollen, wird mit der Schulleitung besprochen. Geschätzte Kosten: 200 000 Euro, zusammen mit Elektroinstallationen für die EDV und Vorplanungskosten für den Grundschulbau. Für die Ausstattung der Schule mit EDV-Anlagen sind 100 000 Euro vorgesehen, erwartet werden 35 000 Euro Zuschuss vom Bund. Für den Grundschulbau sind zehn Millionen Euro veranschlagt. Im Jahr 2022 rechnet man mit einer Förderung von fünf Millionen Euro für den Schulhausneubau.

Für den Schulverband Gerolzhofen sind zur Planung eines Neubaus in diesem Jahr 73 000 Euro aufzubringen – die Summe ist entsprechend der Schülerzahl aus der Gemeinde Kolitzheim anteilig zu übernehmen. Da für die Schule in Gerolzhofen ein Neubau geplant wird, erhöht sich diese Summe in den Jahren 2021 und 2022 auf je 245 000 Euro. Die Tiefbaumaßnahmen für den Glasfaseranschluss der Grundschule in Herlheim belaufen sich auf 70 000 Euro, 50 000 Euro davon werden vom Land bezuschusst. Mit 250 000 Euro werden die Kirchenrenovierungen in Oberspiesheim (5000 Euro), Kolitzheim (100 000 Euro) und Gernach (120 000 Euro) bedacht. Für den Kindergartenneubau in Unterspiesheim, dessen Kosten mit 2,5 Millionen berechnet wurden, sind etwa 1, 1 Millionen Euro an Zuschüssen in den kommenden beiden Jahre zu erwarten. Die Diözese gibt voraussichtlich keinen Zuschuss.

In Kolitzheim gibt es keine "Altfälle" 

Für die Neugestaltung des Dorfplatzes in Stammheim sind für dieses Jahr 100 000 Euro eingeplant, für das kommende 400 000 Euro. Mit Zuschüssen von 200 000 Euro aus dem ELER-Programm wird gerechnet. Aus Verkäufen von Bauplätzen könnten sich Einnahmen von 150 000 Euro ergeben, für Erschließungbeiträge werden 300 000 Euro angesetzt. 200 000 Euro werden für Zuschüsse im Rahmen der Familien- und Altortförderung eingeplant. Die Modalitäten dieser Förderung wolle man 2020 eventuell modifizieren, so der Bürgermeister. Die Einnahmen aus Erschließungsbeiträgen für Baugebiete und einzelne Straßen belaufen sich auf 500 000 Euro. Der Bürgermeister informierte, dass in der Gemeinde Kolitzheim keine "Altfälle" vorhanden sind, also keine Erschließungsbeiträge, die fällig gewesen wären und bisher noch nicht in Rechnung gestellt wurden.

In diesem Jahr werden etwa 3,8 Millionen Euro für Maßnahmen wie Baugebietserschließungen fällig. Die größten Brocken: die Brücke über die B 286 mit 380 000 Euro, das Regenrückhaltebecken in Stammheim mit 800 000 Euro und das Baugebiet Oberer Ried in Unterspiesheim mit etwa 900 000 Euro. Dazu kommen die Wasserversorgungsanlagen in dem Baugebiet für 300 000 Euro. Der Ersatzbau des Gemeinschaftshauses in Herlheim kommt auf 800 000 Euro, die in diesem (300 000 Euro) und im nächsten Jahr aufzubringen sind. Zuschüsse vom Land für ländliche Entwicklung von 400 000 Euro werden erwartet. Das Dienstleistungszentrum in Kolitzheim verursacht Kosten von 700 000 Euro, davon stehen 200 000 im Haushalt des Jahres 2019.

Bürgermeister Horst Herbert stellte mit Blick auf die kommenden Jahre fest, dass eine Vielzahl von Aufgaben von der Gemeinde zu stemmen seien. Alle stimmten zu, den Vermögenshaushalt in der vorgelegten Form dem Gemeinderat zur Annahme zu empfehlen.

 

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