„Weißer Engel“ für Gabriele Reusch und Ella Ludwig

05.08.2017

Mainpost 05.08.2017

 

STAMMHEIM/KOLITZHEIM

„Weißer Engel“ für Gabriele Reusch und Ella Ludwig

Ella Ludwig aus Kolitzheim und Gabriele Reusch aus Stammheim engagieren sich seit Jahren im Bereich Gesundheit und Pflege. Jetzt wurden sie dafür mit der Auszeichnung „Weißer Engel“ geehrt. Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml überreichte die Auszeichnung „Weißer Engel“ im Beisein von Landrat Florian Töpper und Kolitzheims Bürgermeister Horst Herbert. Das Gesundheitsministerium vergibt die Auszeichnung einmal jährlich in jedem Regierungsbezirk. Mit dem Preis werden Menschen ausgezeichnet, die sich etwa in der Hospizarbeit, bei der Betreuung älterer Menschen, in der Pflege, in Selbsthilfegruppen oder im Besuchsdienst im Krankenhaus engagieren. Huml betonte bei der Verleihung in der Würzburger Residenz laut einer Pressemitteilung: „Die Auszeichnung ,Weißer Engel‘ geht an Menschen, die sich mit Hingabe engagieren. Es sind Menschen, die Verantwortung für andere übernehmen und damit einen Beitrag zur aktiven Bürgergesellschaft leisten. Dieses ehrenamtliche Engagement verdiene unsere Anerkennung.
Ella Ludwig aus Kolitzheim engagiert sich seit über elf Jahren als Leiterin der Kreuzbund-Selbsthilfegruppe Gerolzhofen 1 für Suchtkranke. Sie hat aktuell etwa 20 Mitglieder. Mit sehr viel Empathie hilft Ella Ludwig Menschen, die Probleme mit Suchtmitteln haben oder unter der Suchterkrankung eines Angehörigen leiden. Als Gruppenleiterin organisiert sie regelmäßig Gruppenabende und Veranstaltungen und unterstützt die Gruppenmitglieder dabei, selbstbestimmt ihren Alltag zu bewältigen. Wenn nötig, stellt sie auch den Kontakt zu professionellen Hilfseinrichtungen her. Durch ihren persönlichen Einsatz und ihre besondere soziale Kompetenz und Lebenserfahrung leistet Ludwig einen wesentlichen Beitrag dazu, die Gruppenbesucher vor Rückfällen zu bewahren. Dabei zeichne sie sich durch ihre außerordentliche Hilfsbereitschaft, ihr freundliches Wesen und ihre zurückhaltende, zuversichtliche Art aus. Unzählige Stunden Freizeit investiert sie in die verantwortungsvolle Aufgabe, suchtkranken Menschen und deren Angehörigen zu helfen. „Es ist ein schweres, aber vor allem auch ein sinnstiftendes und bereicherndes Ehrenamt, welches Ella Ludwig begleitet“, heißt es in der Laudatio.
Gabriele Reusch aus Stammheim hat sich durch die aufopfernde Pflege mehrerer Familienangehöriger verdient gemacht. In den vergangenen 17 Jahren hat sie trotz enormer Belastungen und vieler Entbehrungen diese Herausforderung immer wieder angenommen. Höchst fürsorglich pflegte sie ihre Eltern bis zu deren Tod. Kurz darauf übernahm sie die Pflege ihrer an Demenz erkrankten Tante, die 2014 starb. Seit 2015 pflegt sie ihren Ehemann Felix, der halbseitig gelähmt und an den Rollstuhl gefesselt ist. Sie ermöglicht ihm so, weiter im vertrauten Zuhause zu leben. Sie versorgte auch Monsignore Paul Leuchs mit, der mit ihr nicht verwandt war, aber im Haus ihrer Tante lebte. Er war altersbedingt beeinträchtigt und konnte alltägliche Dinge nicht mehr ohne Hilfe verrichten. „Ein Außenstehender kann nur schwer nachvollziehen, welche Einsatzbereitschaft sie jeden Tag von neuem aufgebracht hat und mit welchen Sorgen und Nöten sie seit 17 Jahren zurechtkommen muss“, heißt es in der Laudatio.

 

 

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