Wohin mit dem Klärschlamm ?

18.06.2020

Mainpost 18.06.2020

Kolitzheim
Wohin mit dem Klärschlamm ?

Die Klärwärter Jürgen Rettner und Stefan Hellert berichteten, dass der Klärschlamm im Frühjahr nicht ausgebracht werden konnte, weil die Klärschlammanalyse ergab, dass der Klärschlamm Salmonellen enthalte. Daher gebe es jetzt Lagerengpässe, da der Klärschlamm erst nach der Getreideernte ausgebracht werden könne.

Zehn Prozent mehr Klärschlamm sei in der Corona-Zeit angefallen: die Bürger seien eben mehr an ihre Häuser gebunden gewesen, weniger auf Arbeit, in der Schule, im Urlaub, unterwegs. Jedes Jahr fielen etwa 4500 Kubikmeter Klärschlamm an, gepresst entspreche dies eine Menge von etwa 500 Tonnen. Durch das Klärwerk sei die Nährstoffbelastung in der Volkach gesunken, auf etwa 1 Milligramm Stickstoff pro Liter. Die Minimierung der Stickstoff- und Phosphatbelastung seien die größten Aufgaben, die in der Kläranlage zu bewältigen seien.

Die Anlage laufe einwandfrei, ein größeres Problem stellen die Korrosionsschäden in der Schaltanlage, bedingt durch den Ammoniakeintrag durch die undichte Betonmauer in den Raum, in dem die Schaltanlage steht. Es wird überprüft, ob die Ausführung der Mauer den Vorgaben der Planung entspricht, aber auch nach Lösungen gesucht, wie der Eintrag von Ammoniak verhindert werden kann.

Verlegung des Schaltraums zu teuer

Die Verlegung des Schaltraums, die aus dem Gremium ins Spiel gebracht wurde, würde einen enormen finanziellen Aufwand erfordern. Es entstand auch die Frage, warum die Planer nicht auf dem Schirm hatten, dass der Ammoniakeintrag der Steuerungstechnik schaden könne.

Das defekte Schieberschild im Nachklärbecken wird im Rahmen der Gewährleistung ersetzt. Feuchte Toilettentücher setzen den Pumpen zu, so Johann Rettner. In einer Machbarkeitsstudie wird überprüft, ob es sinnvoll ist, eine Photovoltaikanlage zu planen.

Gemeinderat Johann Duczak informierte als Mitarbeiter der Überlandzentrale aus erster Hand, dass Photovoltaik zur Zeit sehr günstig zu haben sei, sodass sich auch eine kleinere Anlage lohnen würde. In dieser Studie werde ebenfalls überprüft, ob man Klärschlamm aus anderen Gemeinden zum Pressen annehmen solle, da die Klärschlammpresse mehr Klärschlamm verarbeiten könnte, als im Abwasserzweckverband anfällt. Bürgermeister Horst Herbert gab zu bedenken, dass man auch die Zukunft der Kläranlage in Stammheim im Blick haben müsse. 

Zu den News