Zentrales Schulhaus in Sichtweite

06.12.2018

 

Mainpost 06.12.2018

Kolitzheim

Zentrales Schulhaus in Sichtweite

Die Gemeinde Kolitzheim baut ein neues zentrales Schulhaus. Diesen Grundsatzbeschluss fassten die Mitglieder des Gemeinderats in ihrer Sitzung am Dienstag. Alle Ratsmitglieder stimmten für den Neubau.

Offen blieb die Frage des künftigen Standorts des neuen Schulhauses. Drei Standorte stehen zur Diskussion: Unterspiesheim (ehemalige Hauptschule), Kolitzheim (Am Sportplatz) oder Herlheim (hinter der jetzigen Schule). Die Klassen in der Großgemeinde sind bislang in den Schulgebäuden in Zeilitzheim, Herlheim und Stammheim untergebracht.

Die Schulentwicklung wird seit vielen Monaten in Kolitzheim und den Ortsteilen kontrovers diskutiert. Entsprechend groß war das Interesse an dem Tagesordnungspunkt. Etwa 20 Zuhörer lauschten dem Meinungsaustausch in der Ratsrunde, einige von ihnen kamen zu Wort.

Die aktuelle Situation erläuterte laut Bürgermeister Horst Herbert. Die Grundschule wird seit etwa zehn Jahren als zweizügige Schule an drei Standorten geführt. "Die Kinderzahlen steigen erfreulicherweise im Moment an", so der Ortschef. Im laufenden Schuljahr gibt es deshalb eine dritte Eingangsklasse, die in Zeilitzheim unterrichtet wird. In den beiden Folgejahren sinken die Zahlen etwas, so dass man derzeit von zwei Eingangsklassen ausgeht.

Ab dem Schuljahr 2021/22 steigen laut Herbert die Schülerzahlen deutlich an. Die Folge: zusätzlicher Raumbedarf besteht. Eine Mittagsbetreuung an den bisherigen Schulstandorten sei damit problematisch. Langfristig sinken die Kinderzahlen allerdings wieder. Grund ist der Geburtenrückgang ab dem Jahrtausendwechsel. Weniger Kinder bedeuten eine Generation später weniger Eltern.

Im Gemeinderat wurden in der Vergangenheit drei Lösungswege diskutiert: Neubau einer Schule, Erweiterung an den bisherigen Standorten, Gemeinsame Lösungen mit benachbarten Gemeinden. Die Erweiterung an den bisherigen Standorten sei schwierig, Verbundlösungen mit Nachbargemeinden seien problematisch, meinte Herbert und stellte die Vorteile eines neuen Schulhauses vor. Schulleitung, Elternbeirat und das Aktionsbündnis "Zentrale Ganztagsschule" sprachen sich für einen Neubau aus. Deren Vertreter kamen am Ratstisch zu Wort.

Schulleiterin Michaela Kirchner sah den Tagesordnungspunkt als "Weihnachtsgeschenk". Endlich tue sich etwas, erinnerte sie an die lange und strapaziöse Odyssee bei der Lösungsfindung. Man sei aufgrund der vorhandenen Defizite aktuell nicht mehr konkurrenzfähig mit anderen Schulen. "Eine einheitliche Schule ist für uns ein großes Ziel", so die Schulleiterin. "Wenn wir unsere Gemeinde erhalten wollen, müssen wir die Gemeinschaft unter allen Ortsteilen und das Heimatgefühl fördern", argumentierte die Vorsitzende des Elternbeirats Sandra Wiegand. Die Sprecherin des Aktionsbündnisses Kristina Antoni resümierte als betroffene Mutter: "Nur ein Schulhaus mit entsprechendem Raumangebot kann das Ziel sein."

Bezüglich des Standorts des künftigen Schulhauses äußerten sich alle drei Rednerinnen: "Da sind wir offen." Zweiter Bürgermeister Martin Mack fasste zusammen: "Eine zentrale Schule bringt viele Vorteile und stärkt die Gemeinschaft." Reinhold Holzscheid meinte, nach intensiven Diskussionen und viel Skepsis in vier Jahren sei ein gemeinsames Schulhaus die einzig richtige Lösung. Seine Ratskollegen sahen das genauso und fassten den Grundsatzbeschluss für ein neues Schulhaus. Bis zur Realisierung werden noch viele Monate vergehen, gilt es doch die Standort- und Finanzierungsfrage zu klären.

Zwei Bauanträge lagen auf den Tischen der Räte. Zugestimmt hat das Gremium bei vier Gegenstimmen der Aufstockung eines zweitstöckigen Gebäudes auf künftig drei Etagen in der Steinstraße in Lindach. Einverstanden waren die Ratsmitglieder auch mit einem Bauantrag für ein Einfamilienhauses mit Doppelgarage Am Finkenflug in Stammheim einschließlich geringerer Abstandsflächen.

 

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