Zu wenig Kinder für eigenen Hort

17.02.2006

Mainpost 17.2.2006

 

Zu wenig Kinder für eigenen Hort

 

Herlheim Über die zahlreiche Teilnahme an der Bürgerversammlung zeigte sich Bürgermeister Horst Herbert erfreut. Im ersten Teil der Versammlung gab er einen Rück- und Überblick über abgeschlossene, laufende und geplante Maßnahmen und Veranstaltungen, die Finanzen und die Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde.

 

Von den 5607 Bürgern der Gemeinde Kolitzheim leben 523 in Herlheim. Das sind sieben weniger als vor einem Jahr. 44 Geburten gab es im Jahr 2005 in der Großgemeinde zu verzeichnen. Davon entfielen drei auf Herlheim. Diese geringe Geburtenrate, so Herbert, wirke sich natürlich auch auf Kindergärten, Schulen und Vereine aus. Im Jahre 2006/2007 werde der örtliche Kindergarten trotz des neuen Kinderbildungsgesetztes, nach dem nicht mehr pauschal, sondern kind- und zeitbezogen bezuschusst wird, erhalten bleiben können. Da die Zahl der Kinder danach unter 15 sinke, werde er dann geschlossen werden müssen.

Auch um die Schließung einer der drei Grundschulen - welche, sei noch nicht bekannt - werde man nicht herumkommen, und für die Hauptschule müsse ebenfalls eine andere Lösung gefunden werden, sagte Herbert.

Bis auf die Außenanlage ist die Pfarrhausrenovierung in Herlheim abgeschlossen, berichtete der Bürgermeister weiter. Bei der Flurbereinigung laufen im Moment die Wunschtermine. Im Sommer werden die Grundstücke voraussichtlich neu verteilt. Erst dann mache es Sinn, die gemeindlichen Flächen neu zu verpachten. In diesem Jahr müsse auch die einfache Dorferneuerung ausgeführt werden. Die Ausschreibungen hierfür finden im Mai statt, informierte der Bürgermeister.

Im zweiten Teil der Versammlung kamen die Bürger zu Wort. Wer in Zukunft die Kosten für die Säuberung der wasserführenden Gräben tragen müsse, wollte Anton Bedenk wissen. Grundsätzlich könnte die Gemeinde 100 Prozent der Kosten auf die Anlieger umlegen, antwortete Herbert. Er schlug Eigenleistungen, zum Beispiel beim Wegfahren des Aushubs, vor, oder die Jagdgenossenschaft oder die Flurbereinigung sollten Kosten übernehmen. Es sei geplant, die Geldmittel der Jagdgenossenschaft für die Flurbereinigungskosten zu verwenden werden, antwortete Bedenk. Da in Herlheim das neue Wegenetz zu 100 Prozent durch die Flurbereinigung gebaut wurde, seien der Gemeinde hier, im Gegensatz zu anderen Ortsteilen, keine Kosten entstanden. Bedenk schlug vor, die Gemeinde solle pro Hektar Fläche eine bestimmte Pauschale zur Verfügung stellen. Die einzelnen Ortschaften sollten dann selbst entscheiden, wofür sie diese Mittel einsetzen. Bürgermeister Herbert versprach, diesen Vorschlag im Gemeinderat zu diskutieren.

Rege erörtert wurde auch der Fußgängerüberweg in der Wadenbrunner Straße in Kolitzheim. Manche Autos fahren hier einfach links vorbei, wurde bemängelt. Ein Zebrastreifen hätte auch genügt. Einen Zebrastreifen an dieser Stelle halte er für lebensgefährlich, meinte dagegen das Gemeindeoberhaupt.

Zur Situation an den Ortseingängen berichtete er von Geschwindigkeitskontrollen einfahrender Fahrzeuge im vergangenen Jahr. Hier stellte die Polizei fest, dass sich die meisten Fahrer ordnungsgemäß verhalten.

Die Frage von Andreas Engel nach der Nutzung von Kindergärten und Schulen nach deren Schließung konnte Horst Herbert nicht befriedigend beantworten. Hier müsse man abwarten, ob sich eine geeignete Nachnutzung ergebe.

Obwohl am Gerolzhöfer Weg einige Pappelbäume abgeholzt wurden stünden immer noch einige schlechte Bäume dort, bemängelte Albert Ruß. Diese würden im Rahmen der Flurbereinigung noch abgeholzt, war die Antwort.

Getreide könne als Brennmaterial verwendet werden. Ob hier etwas absehbar sei, wollte Alfons Pfister wissen. Hierfür sei der Bund zuständig, und es gebe auch Planungen, sagte Horst Herbert. Im Moment sei Getreide allerdings noch nicht als Regelbrennstoff zugelassen, und die Öfen, die es auf dem Markt gibt, erfüllen die erforderlichen Werte noch nicht, antwortete das Gemeindeoberhaupt.

Auf die wilde Entsorgung von Abfällen in der Flur wies Leo Weber hin. Er wisse um das Problem, antwortete das Gemeindeoberhaupt. Solche Vergehen würden der Polizei gemeldet. Leider gebe es bisher keine großen Erfolge.

Ludwig Johanni sprach die geplante Biogasanlage in Oberspiesheim an. Nur zirka drei Wochen im Herbst wäre hier Hauptbetrieb. In dieser Zeit würden täglich etwa 60 Fahrzeuge durch Herlheim fahren, rechnete Herbert vor.

Wenn angefragt würde gäbe die Gemeinde die Genehmigung zur Aufstellung von Ruhebänken auf gemeindeeigenem Grund, beantwortete der Bürgermeister Herbert eine Frage von Hermann Kopp.

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