Kritik an Fällaktion und Raserei

24.02.2006

Mainpost 24.2.2006

 

Kritik an Fällaktion und Raserei

 

Kolitzheim (BP) Gut besucht war die Bürgerversammlung in Kolitzheim, bei der Bürgermeister Horst Herbert etwa 80 Interessierte begrüßen konnte. Von den 5607 Bürgern der Großgemeinde lebten im letzten Jahr 743, drei weniger als im Jahr zuvor, in Kolitzheim, erfuhren die Besucher. Geburten wurden nur zwei registriert.

 

Trotzdem ist der örtliche Kindergarten im Gegensatz zu anderen Ortsteilen nicht gefährdet, da es in den vorherigen Jahren genügend Nachwuchs gab. Noch im laufenden Jahr werde die Telekom für Kolitzheim und Lindach einen DSL-Zugang einrichten, informierte Herbert.

Im zweiten Teil der Versammlung nutzten die Bürger rege die Gelegenheit, zu Wort zu kommen. Robert Feldner, auf dessen Vorschlag die Mülltonnen in den Friedhöfen abgeschafft wurden, lobte die Kolitzheimer für ihre Akzeptanz und meinte, Bürgermeister und Gemeinderäte hätten trotz heftiger Proteste in dieser Sache großes Rückgrat bewiesen. Weiter appellierte er an die Bürger, sich an der zu Pfingsten stattfindenden Reise in die französischen Partnergemeinden zu beteiligen. Vor allem wünsche er sich auch jüngere Teilnehmer.

Die Gestaltung des Fußgängerüberweges in der Wadenbrunner Straße kritisierte Wunibald Giedl, dem sich auch andere anschlossen, heftig. Lange Fahrzeuge hätten hier Schwierigkeiten durchzukommen. Da der Übergang als Geschwindigkeitsbremse dienen solle, musste er so gebaut werden, antwortete das Gemeindeoberhaupt. Rudolf Bender sagte dazu, es sei technisch nicht anders möglich gewesen, und wenn auch noch die Linienführung fertig gestellt sei, sehe das Ganze sicher besser aus. Wegen des daneben liegenden Spielplatzes sei es nötig gewesen, auch den ortsauswärts fahrenden Verkehr zu bremsen, meinte Erwin Heß.

Mehr Kontrollen

Aufgrund des starken und schnellen Verkehrs in der Schweinfurter Straße forderte Gottfried Hell mehr Radarkontrollen, eventuell als feste Einrichtung. Über schon erfolgte Polizeikontrollen und deren erstaunlich gutes Abschneiden, deren Nutzen und die Belästigung der Anlieger in dieser auch von vielen Lastkraftwagen befahrenen Straße entwickelte sich eine heftige Diskussion zwischen Bürgern und Gemeindeoberhaupt. Letzterer versprach das Gerät zur Geschwindigkeitsanzeige aufstellen zu lassen und die Polizei zu bitten, verstärkt zu kontrollieren.

Pappeln gefällt

Ein weiterer Diskussionspunkt waren die im laufenden Jahr beginnenden Dorferneuerungsmaßnahmen. Es sei höchste Zeit gewesen, dass die gefährlichen Pappeln in der geplanten Freizeitanlage gefällt wurden; er könne die Aufregung darum nicht verstehen, meinte Hilmar Bauer. Man hätte doch schon Jahre vorher mit der Planung zur Fällung und Neupflanzung beginnen können, meinte Lissi Lorz. Nun fehle im Sommer der Schatten auf dem Spielplatz. Die Bäume nach und nach umzulegen hätte keinen Sinn ergeben, weildadurch wieder Schäden entstanden wären, antwortete Herbert. Erwin Heß schlug Schatten gebende Segeltücher vor. Schmutz und Wasser müssten hier regelmäßig entfernt werden, somit wären solche Tücher sehr unterhaltsaufwändig, gab der Bürgermeister zu bedenken. Ein Skaterplatz stehe nach einer Umfrage in der Schule auf der Wunschliste. Warum dieser nicht verwirklicht werden solle, war eine weitere Frage. Ein solcher Platz verursache sehr viel Lärm und Unruhe und müsse deshalb mindestens 250 Meter vom Dorf entfernt sein, was weder beim Freizeitgelände noch am Scheuringplatz der Fall sei, lautete die Antwort des Bürgermeisters.

Scheuring-Platz in der Diskussion

Der "Scheuringplatz" sei als Parkplatz ausgewiesen. Deshalb könne hier jeder parken, antwortete Bürgermeister Herbert auf eine Frage von Beate Reß. Er sei froh, dass hier etwas geschehe und damit die Unruhe und das wilde Abstellen von Fahrzeugen aufhöre, ging Markus Bauer auf die Neugestaltung dieses Platzes ein. Für die Fläche auf der die Birken stehen, gebe es noch keine Planung, beantwortete Rudolf Bender diesbezügliche Fragen. Es werde auf alle Fälle eine Bushaltestelle, einige Parkplätze und eine Grünfläche, aber ohne Spielplatz, geben. Demnächst gebe es zu diesem Thema eine Anliegerbesprechung.

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