Gernach

Einwohnerstand zum 01.01.2024

  • Hauptwohnung: 558
  • Nebenwohnung: 25
  • Insgesamt: 583

Historisches

Den Ortsnamen, der 1141 als >>Gerneche<< erscheint, leitet Peter Schneider von garnahi (Jagdgarn) ab. Er zieht die Nachbarschaft von Garstadt = Garnestat und Hirschfeld = Hirschfurt heran und schließt, dass die Gegend in alter Zeit ein bedeutsames Jagdgebiet war. Nach der Gründung des Stiftes Heidenfeld durch Marktgräfin Alberada (um 1069) befand sich Gernach unter den Güterzuwendungen an das Kloster. 1141 wurde der Ort durch Bischof Embricho als ein Teil der Pfarrei Wipfeld dem Stift kirchlich inkorporiert. Wenn auch mit großen Unterbrechungen (Schuldverkauf 1356) war Gernach ein Klosterdorf von Heidenfeld bis zu Säkularisation.

Von den zahlreichen anderen Besitzern sei der Edelknecht Fere von Berg genannt, der 1453 Gernacher Gefälle der von ihm gegründeten Kartause Ilmbach vermachte. Sehenswürdigkeiten: Die katholische Filialkirche ist dem hl. Ägidius geweiht. Die Baumaßnahmen von 1787 kamen wohl einem Neubau gleich. Lediglich der wuchtige Turm, damals erhöht und mit eingeschnürter welscher Haube bekrönt, mag in seinem kreuzgewölbten Untergeschoss, durch das der Eingang führt, von jener älteren Kirche stammen, an die eine steinerne Inschrifttafel von 1614 erinnert:

Julius von Edlen echter Stam
Durch wahl zum bistum wirtzburg kam,
Tausent fünfzehenhundert und darbei
Nach christo Schrib man siebentzig drei.
Ach gott was mühe der Fürst ufwand
Mehr dan viertzig Jar im gantzen lant.
Auch diese Kirch er restaurirt,
Gott ewig Jhms belohnen würd.

Die kunstvolle klassizistische Stuckierung greift im Chor sogar auf die Seitenwände herab, ein Kruzifix und seine Assistenzfiguren umrahmend, die – zum Hochaltar gehörend – an der Wand angebracht sind. Den schlichten Tabernakelaufbau des Hochaltars schuf wohl der gleiche Meister aus der Wagner-Werkstatt, der 1802 die 11 Ovalreliefs des Kreuzwegs im Langhaus lieferte und in die Nischen der Seitenaltäre Kreuzabnahme und Grablegung als 13. und 14. Station einbaute (12. Station ist die Kreuzigung über dem Hochaltar!). Die Seitenaltäre waren in ihrer ursprünglichen Gestalt archivalisch belegte Arbeiten Johann Peter Wagners aus dem Jahre 1791; statt der Stationsbilder standen in den Nischen Figuren der Heiligen Urban und Wendelin. Die klassizistischen Aufbauten der Altäre, die bekrönenden Putten und die anbetenden Engel stammen jedenfalls wie die Kanzel mit ihren Figuren aus der Meisterhand Johann Peter Wagners. Aus dessen Werkstatt ist sicher auch die anmutige Madonna mit Kind an der linken Seitenwand hervorgegangen. In das köstlich verzierte Orgelgehäuse der Zeit um 1730 / 50 wurde 1968 durch Firma G. Weis aus Zellingen ein neues Werk mit 12 Registern und 900 Pfeifen eingebaut. Das neue Ehrenmal für die Gefallenen des 2. Weltkriegs fand in der schmucken Anlage vor der Kirche seinen Platz. Das Relief der trauernden Mutter mit ihren Kindern ist ein werk des Bamberger Bildhauers Manfred Wehner; der große Muschelkalkblock wurde 1965 aufgestellt. Eine Leichenhalle in origineller Zeltdachform wurde 1969 auf dem neu angelegten Friedhof erbaut, der Schweinfurter Künstler E. Wörfel entwarf das Betonglasfenster.

Quelle: Von Abtswind bis Zeilitzheim, Zusammengestellt und bearbeitet von Karl Treutwein, 4. überarbeitete Auflage 1987

Veranstaltungskalender

Gernach

Bürgerversammlung Gernach

Sportheim Gernach
19:30 Uhr, Gemeinde Kolitzheim

Spargelhoffest Familie Weilhöfer in Gernach

Fischfest in Gernach

Musikfest in Gernach

150-Jähriges Feuerwehr Jubiläum Gernach

Sportheim Gernach
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